Mit Shopify einen B2B Online Shop einrichten: So wird's gemacht
Donnerstag, 6. August 2026
Latori GmbH

Mit Shopify einen B2B Online Shop einrichten: So wird's gemacht

Digitale Transformation im B2B-Handel mit Shopify

Shopify eignet sich hervorragend als leistungsstarke b2b shop software, um komplexe Großhandelsprozesse digital abzubilden. Die Umsetzung gelingt dabei flexibel über spezielle Apps in einem gemischten Shop, durch getrennte Stores oder direkt über die nativen Funktionen von „B2B on Shopify“ für Enterprise-Kunden.

Spätestens seit der Corona-Pandemie boomt nicht nur der B2C-Onlinehandel – auch der Wachstumstrend für den B2B-Onlinehandel beschleunigt sich immer mehr. Der B2B-Vertrieb bietet Unternehmen eine große Chance – Sie haben die Möglichkeit, Ihre Einkünfte zu steigern und zusätzlich das Potenzial, in mehrere Richtungen zu wachsen. Für Unternehmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen an andere Unternehmen verkaufen möchten, stellt die Erstellung eines effizienten B2B-Online-Shops eine entscheidende Herausforderung dar. Doch mit der richtigen Plattform kann dieser Prozess deutlich vereinfacht werden. In unserem neuesten Blogbeitrag dreht sich alles um den Einsatz von Shopify als B2B-Shop-Lösung.

Grundsätzlich ist der Aufbau eines B2B-Onlineshops derselbe wie bei einem B2C-Shop, jedoch müssen Händler bestimmte Punkte im Blick behalten, z.B. die Preisgestaltung, Kundengruppen, Konzept etc. Worauf Sie achten müssen und welcher Lösungsweg für Ihren B2B-Shop mit Shopify am besten geeignet ist, erklären wir Ihnen im Text genauer.

Sie benötigen Unterstützung bei der Entwicklung Ihres B2B-Shops mit Shopify? Als Shopify-Experten stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Kontaktieren Sie uns.

Was ist der Unterschied zwischen B2C-Shops und B2B-Shops mit Shopify?

Zwischen B2C- und B2B-Online-Shops bestehen in einigen Punkten wesentliche Unterschiede, die Sie bei der Strukturierung bzw. dem gesamten Aufbau Ihres B2B-Shops mit Shopify berücksichtigen sollten. Sehen wir uns die einzelnen Punkte einmal genauer an: 

1. Preisgestaltung

ein Mann schaut auf das Preisschild des HandtuchsFür Privatkunden und Großhandelskunden müssen unterschiedliche Preise angeboten werden. In einem B2C-Online-Shop werden Bruttopreise inklusive Mehrwertsteuer angezeigt. Im Gegensatz dazu werden im B2B-Online-Shop Nettopreise aufgelistet.  

Zudem erwarten Großhandelskunden aus dem Gewerbe natürlich andere Preise als Privatpersonen, da diese eine Gewinnmarge benötigen. Im Großhandel gibt es außerdem verschiedene Kriterien, nach denen sich der Preis richtet, wie beispielsweise individuelle Rabatte oder Staffelpreise. Es ist also wichtig, die Artikelpreise flexibel für verschiedene Zielgruppen festlegen zu können und den jeweiligen Personen bzw. Unternehmen auch nur die für sie geltenden Preise anzuzeigen.  

2. Produktsortiment  

Auch im Produktsortiment kann es Unterschiede geben. Kunden im B2B erhalten oft Zugang zu Produkten, die für Privatpersonen nicht zugänglich sind. Für Gewerbetreibende können Sie zusätzlich direkt Produkte in Stückelungen anbieten (beispielsweise 50er- oder 100er-Pakete).   

3. Shop-Funktionen

ein Portmonee mit Münzen, Geldscheinen und einer KreditkarteIhr B2B-Online-Shop benötigt ggf. zusätzliche Funktionen, wie beispielsweise weitere Zahlungsarten, Mindestbestellmengen, ein Bestellformular, Nachbestellungen bereits bestellter Artikel oder steuerfreien Einkauf innerhalb der EU mit Umsatzsteuer-ID. Hierbei helfen B2B Shopify Apps, beispielsweise die Tax Exempt Manager App.

4. Rechtliche Aspekte 

 Ein weiterer wichtiger Punkt sind rechtliche Fragen: Denn auch hier gelten für gewerbliche Kunden und Endkunden gesonderte gesetzliche Verordnungen, die im Rahmen der AGB und dem Widerrufsrecht getrennt zu behandeln sind.

Lesetipp: Wir haben die größten Herausforderungen im B2B-E-Commerce für Sie zusammengefasst.

Die wichtigsten Vorteile einer digitalen B2B Shop Lösung mit Shopify

Wenn Sie auf eine durchdachte B2B-Shop-Lösung setzen, optimieren Sie Ihre Einkaufs- und Vertriebsprozesse erheblich – so sparen Sie Zeit, Ressourcen und Kosten.

  • Zeitersparnis & Automatisierung: Bestellprozesse werden vereinfacht, da Bestellungen direkt online aufgegeben und automatisiert an Ihr Warenwirtschaftssystem übergeben werden. Das reduziert den Verwaltungsaufwand drastisch.

  • Übersichtlichkeit: Auch große und komplexe Produktsortimente werden nutzerfreundlich präsentiert.

  • Wachstum & Skalierbarkeit: Sie erschließen schnell und kostengünstig neue Märkte und Zielgruppen im In- und Ausland.

  • Kostenreduktion & höhere Margen: Da weniger Zwischenhändler eingeschaltet werden müssen, steigen Ihre Margen.

  • Kundenbindung: Ein direkter, stets verfügbarer Markenauftritt stärkt die B2B-Kundenbindung nachhaltig.

Unverzichtbare B2B Shop Funktionen in Shopify Damit Ihr B2B-Projekt erfolgreich wird, stellt Shopify zahlreiche Tools zur Verfügung. Die wichtigsten Funktionen umfassen:

  • Kundengruppen & individuelle Preisgestaltung: Erstellen Sie verschiedene Kundengruppen (Großhändler, Händler etc.) und bieten Sie spezifische Preisstrukturen sowie Netto-Preis-Darstellungen an.

  • Kundenspezifische Produktkataloge: Steuern Sie genau, welche Kunden nach dem Login bestimmte Produkte sehen und bestellen können.

  • Mengenrabatte & Staffelpreise: Definieren Sie Preisregeln, um Anreize für größere Bestellmengen zu schaffen.

  • B2B-Zahlungsarten & USt-IdNr.-Prüfung: Integrieren Sie den klassischen Kauf auf Rechnung, flexible Zahlungsziele sowie den steuerfreien Einkauf innerhalb der EU.

  • Bestellhistorie & Schnellbestellungen: Geschäftskunden können vergangene Aufträge einsehen und unkompliziert wiederholen, was den Einkaufsprozess enorm vereinfacht.

  • Internationale Funktionen: Mehrsprachige Shops und Multi-Währungs-Unterstützung helfen bei der globalen Expansion.

  • Umfangreiche App-Integrationen: Erweitern Sie Ihr Backend durch spezialisierte B2B-Apps, die Prozesse gezielt automatisieren.

Shopify B2B: Diese 3 Konzepte machen die Umsetzung Ihres B2B Online Shops möglich 

Viele Händler nehmen fälschlicherweise an, dass Shopify B2B kompliziert oder kostenintensiv sei. Tatsächlich bietet diese Software drei hervorragende Konzepte, um Ihren Vertrieb zu digitalisieren. Abhängig von Ihrer Situation und den spezifischen Anforderungen eignen sich unterschiedliche Strategien:

Konzept 1: B2C und B2B im selben Shop (Hybrider Shop)

Bei diesem Ansatz bedienen Sie Privatkunden (B2C) und Geschäftskunden (B2B) über ein und denselben Shopify-Store. Die größte Herausforderung liegt hierbei in der sauberen Trennung der unterschiedlichen Zielgruppen, Sortimente und Preisstrukturen.

Die technische Umsetzung:

  • Dynamische Preisanzeige (Brutto vs. Netto): Endverbraucher müssen gesetzlich Bruttopreise (inkl. MwSt.) sehen, während Geschäftskunden reine Nettopreise erwarten. Über die Shopify-Steuereinstellungen wird die Mehrwertsteuer im Checkout berechnet. Um B2B-Kunden bereits im Frontend Nettopreise, individuelle Rabatte oder Staffelpreise und Mindestbestellmengen (MOQ) anzuzeigen, wird eine spezialisierte Shopify B2B App (wie Wholesale Pricing Discount B2B) eingesetzt.

  • Exklusive B2B-Produkte & Zugriffsrechte: Möchten Sie bestimmte Produkte oder Kollektionen ausschließlich Firmenkunden zur Verfügung stellen, kommt ein Shopify B2B Plugin für Zugangsbeschränkungen (wie Locksmith oder MagicPass Wholesale) zum Einsatz. Damit werden sensible Inhalte oder ganze Bereichsgruppen erst nach dem Händler-Login freigeschaltet.

  • B2B-Zahlungsarten im Checkout: Geschäftskunden setzen Zahlungsarten wie den Kauf auf Rechnung mit individuellen Zahlungszielen voraus. In den Standard-Tarifen von Shopify stehen eingerichtete Zahlungsarten grundsätzlich allen Kunden zur Verfügung. Mit Shopify Plus lassen sich Zahlungsarten im Checkout jedoch dynamisch steuern – so können Sie den Rechnungskauf exklusiv für gewerbliche Kunden freischalten und für B2C-Kunden verbergen.

Lesetipp: Erfahren Sie in unserem Beitrag, wie Sie die Shopify Umsatzsteuer für B2B-Kunden korrekt konfigurieren.

Vor- und Nachteile auf einen Blick:

VorteileNachteile
Keine doppelte Datenpflege: Produkte, Lagerbestände und Blogbeiträge werden zentral an einem Ort verwaltet.Mehrere Apps nötig: Für Preise, Zugangssperren und B2B-Logiken werden oft Drittanbieter-Apps benötigt.
Einheitlicher Lagerbestand: Verhindert Überverkäufe, da B2C und B2B auf dasselbe Lager zugreifen.Komplexere UX & Theme-Anpassungen: Das Shopify Theme muss so angepasst werden, dass es beiden Zielgruppen gerecht wird.
Geringere Fixkosten: Ein einziges Shopify-Abonnement und geringere Grundkosten für das System.Einschränkungen im Standard-Checkout: Dynamische Zahlungsarten (z. B. Kauf auf Rechnung nur für B2B) setzen meist Shopify Plus voraus.
Einheitlicher Brand-Auftritt: Nur ein Shop-Design und eine Domain müssen gepflegt werden.Rechtliche Überschneidungen: Rechtstexte (AGB, Widerrufsrecht) müssen B2C- und B2B-Vorgaben parallel abdecken.

Konzept 2: Eigenständiger B2B Online Shop (Dedicated Store)

Bei diesem Konzept trennen Sie Ihr B2C- und B2B-Geschäft strikt in zwei voneinander unabhängigen Shopify-Stores. In diesem reinen Shopify B2B Shop werden keine Endverbraucher mehr berücksichtigt, was Ihnen maximale Freiheit bei der Ausrichtung aller Prozesse auf Geschäftskunden bietet.

Die technische Umsetzung:

  • Geschlossenes Händlerportal & Zugangsschutz: Ein eigenständiger B2B-Shop wird häufig als geschlossenes System betrieben. Über spezifische Shopify B2B Apps oder gezielte Anpassungen im B2B Shopify Theme wird der gesamte Shop oder die Preisdarstellung hinter eine Loginschranke gelegt. Nur angemeldete und manuell verifizierte Händler erhalten Zugriff auf Kataloge, Nettopreise und Konditionen.

  • Spezifischer B2B-Checkout & Rechtstexte: Da keine B2C-Kunden bedient werden, muss das Theme keine Kompromisse bei der Preisdarstellung eingehen. Der Checkout, die Zahlungsarten (wie Kauf auf Rechnung) sowie die Rechtstexte (AGB, Widerrufsrecht) sind zu 100 % auf das Firmenkundengeschäft und B2B-Gesetzgebungen ausgerichtet.

  • Lagersynchronisation zwischen mehreren Shops: Betreiben Sie parallel einen B2C-Shop und greifen beide Stores auf denselben Warenbestand zu, ist eine automatische Lagersynchronisation zwingend erforderlich. Spezialisierte Apps (wie Syncio oder SyncLogic) oder die Anbindung an ein zentrales ERP-System halten Bestände bei Verkäufen in beiden Shops in Echtzeit auf dem neuesten Stand und verhindern teure Überverkäufe.

  • Theme- & Systempflege: Für den B2B-Shop können Sie ein eigenständiges Theme wählen oder eine angepasste Kopie Ihres B2C-Themes nutzen. Beachten Sie, dass Design-Anpassungen, Produkte und Apps in beiden Shops separat gepflegt und verwaltet werden müssen.

Lesetipps: Sie möchten wissen, wie andere Marken zwei Shops steuern? Lassen Sie sich von erfolgreichen Shopify Plus Beispielen inspirieren.

Vor- und Nachteile auf einen Blick:

VorteileNachteile
Strikte Trennung: Keine Zielgruppen-Vermischung bei Preisen, Marketingansprache, Währungen oder Rechtstexten.Doppelter Pflegeaufwand: Inhalte, Produktkataloge, Themes und Designs müssen in zwei separaten Stores gepflegt werden.
B2B-zentrierter Checkout: Checkout und Zahlungsarten (z. B. Kauf auf Rechnung) lassen sich uneingeschränkt für B2B konfigurieren.Zusätzliche Systemkosten: Höhere Fixkosten durch eine zweite Shopify-Lizenz sowie doppelte App- und Transaktionsgebühren.
Maximaler Datenschutz & exklusive Kataloge: Preise und Sortimente bleiben vor der Konkurrenz und Endverbrauchern verborgen.Synchronisation erforderlich: Der Einsatz von Lagersync-Apps oder einem ERP-System ist Pflicht, um Bestände abzugleichen.
Keine Kompromisse beim Theme: Das Shop-Design kann vollkommen auf schnelle B2B-Bestellprozesse (Quick Orders) optimiert werden.Erhöhte Komplexität: Die Verwaltung mehrerer Systeme erfordert eine klare Daten- und Prozessstruktur.

Lesetipp: Auch schon an das Ressourcen-Management gedacht? Erfahren Sie alles rund um die Anbindung von ERP-Systemen an Shopify.

Konzept 3: Native Features mit „B2B on Shopify“ (Shopify Plus)

Als Nutzer des Enterprise-Tarifs Shopify Plus steht Ihnen mit „B2B on Shopify“ (früher bekannt als Shopify Plus Wholesale Channel) eine hochskalierbare, native B2B Shop Software-Lösung zur Verfügung. Mit diesem Ansatz verwalten Sie B2B- und B2C-Geschäfte direkt aus einem einzigen Admin-Bereich heraus – komplett ohne den Einsatz von externen Drittanbieter-Apps.

Die technische Umsetzung:

  • Firmenprofile & Kundenstrukturen: Sie legen detaillierte Unternehmenskonten (Company Profiles) an, ordnen mehrere Standorte oder Einkäufer zu und weisen individuelle Zahlungsbedingungen (z. B. Kauf auf Rechnung mit Zahlungsziel wie Net 30 oder Net 60) zu.

  • Individuelle Preislisten & Kataloge: Weisen Sie unterschiedlichen Kundengruppen spezifische B2B-Kataloge zu. Sie können explizite Nettopreise, prozentuale Rabatte, Staffelpreise sowie Mindestbestellmengen (MOQ) festlegen – direkt im Shopify-System.

  • Native B2B-Bestellabwicklung: B2B-Bestellungen können im Admin-Bereich als Bestellentwürfe (Draft Orders) eingehen. Dies ermöglicht es Ihnen, Aufträge vor der Rechnungsstellung manuell anzupassen, Sonderkonditionen zu ergänzen oder individuelle Angebote an den Kunden zu senden.

  • Geschützter Händlerzugang: Produktkataloge, B2B-Preise und Konditionen sind passwortgeschützt und werden erst nach der Anmeldung des verifizierten Firmenkontos sichtbar.

Lesetipp: Erfahren Sie in unserem Leitfaden mehr über die exklusiven Enterprise-Funktionen von B2B on Shopify.

Vor- und Nachteile auf einen Blick:

VorteileNachteile
Zentrale Verwaltung: Keine doppelte Datenpflege – B2B- und B2C-Geschäft, Produkte und Lagerbestände werden in einem System gesteuert.Enterprise-Voraussetzung: Die nativen B2B-Features sind exklusiv im Shopify Plus-Plan verfügbar.
Keine Zusatzkosten für B2B-Apps: B2B-Logiken, Preislisten und Firmenportale sind nativ enthalten.Standardmäßige USt-ID-Prüfung: Die automatische Entwertung/Prüfung von EU-USt-IdNrn. erfordert je nach Setup zusätzliche Workflows.
Native B2B-Bestellprozesse: Unterstützt B2B-Zahlungsarten, Zahlungsziele, Bestellentwürfe und Nachbestellungen direkt im Checkout.Entwicklungsaufwand bei Sonderwünschen: Sehr spezifische, von Shopify abweichende B2B-Logiken erfordern Anpassungen über Shopify Apps/Schnittstellen.
Maximale Performance & Sicherheit: Direkt in die Shopify-Core-Infrastruktur integriert, bietet das System höchste Ladezeiten und Skalierbarkeit.Standard-Look ohne Theme-Anpassung: Der B2B-Checkout und das Kundenportal folgen festen Shopify-Vorgaben und lassen sich optisch nur begrenzt anpassen.

Anleitung: In 5 Schritten einen B2B Shop mit Shopify erstellen

Die strategische Entscheidung steht fest? Dann geht es jetzt an die praktische Umsetzung. Das Erstellen eines funktionsfähigen B2B Online Shops mit Shopify erfordert eine saubere Planung – von der ersten Konzeptauswahl bis hin zur automatisierten Anbindung an Ihre bestehende IT-Landschaft.

Mit diesem praxiserprobten 5-Schritte-Fahrplan führen wir Sie strukturiert durch die B2B Onlineshop Entwicklung, damit Sie typische Fallstricke vermeiden und von Tag eins an ein reibungslose Einkaufserlebnis für Ihre Geschäftskunden schaffen:

Schritt 1: Das passende B2B-Konzept & ein performantes B2B Shopify Theme wählen

Entscheiden Sie sich anhand Ihrer Zielgruppe und Systemarchitektur für eines der drei Konzepte (hybrider Shop, getrennter B2B-Store oder native B2B-Features in Shopify Plus). Wählen Sie im Anschluss ein spezialisiertes B2B Shopify Theme, das auf große Produktkataloge, schnelle Ladezeiten, flexible Filtermöglichkeiten und B2B-Funktionalitäten (wie Quick-Order-Formulare für Schnellbestellungen) ausgelegt ist.

Schritt 2: Grundlegendes Shop-Set-up & Produktkataloge anlegen

Richten Sie das Grundgerüst im Shopify-Adminbereich ein, pflegen Sie Stammdaten und hinterlegen Sie Ihre Produkte. Erstellen Sie spezifische B2B-Kataloge mit abgestimmten Nettopreisen und Rabattstaffeln, die erst nach der Freischaltung für definierte Kundengruppen sichtbar sind. Bei der Nutzung von Shopify Plus verknüpfen Sie an dieser Stelle zudem die Firmenprofile (Company Profiles) Ihrer Geschäftskunden.

Schritt 3: Spezifische Shopify B2B Plugins & Apps oder Plus-Features aktivieren

Schalten Sie nun die benötigten B2B Shop Funktionen frei. Wenn Sie nicht auf Shopify Plus setzen, installieren Sie bewährte Shopify B2B Plugins (z. B. für Netto-Preisanzeigen, Mindestbestellmengen oder individuelle Zugriffsrechte). Nutzen Sie Shopify Plus, konfigurieren Sie die nativen B2B-Features für Zahlungsziele, Bestellentwürfe und kundenindividuelle Checkouts direkt im System.

Schritt 4: B2B Onlineshop Entwicklung & Schnittstellen-Anbindung (ERP, CRM & WaWi)

Ein B2B-Shop entfaltet seine volle Stärke erst durch die Automatisierung. Im Rahmen einer professionellen B2B Onlineshop Entwicklung wird Shopify über APIs oder Middleware mit Ihrem ERP-System (z. B. SAP, Microsoft Dynamics, xentral), CRM und der Warenwirtschaft verknüpft. Dadurch werden Bestände, Preise, Kundendaten und Aufträge automatisch in Echtzeit synchronisiert.

Schritt 5: Qualitätssicherung, Rechtstexte-Prüfung & Nachkontrolle

Führen Sie vor dem Go-Live ausführliche Testbestellungen für verschiedene Kundensegmente durch. Prüfen Sie, ob B2B-Rechtstexte (AGB, Widerrufsrecht) greifen und die steuerliche Behandlung (z. B. EU-USt-IdNr.-Logik) fehlerfrei funktioniert. Setzen Sie auch nach dem Launch auf eine regelmäßige Nachkontrolle, um Preise, Kataloge und Schnittstellen kontinuierlich zu optimieren.

Internationaler Verkauf für B2B-Unternehmen

Shopify bietet eine Vielzahl von Funktionen und Tools, die B2B-Unternehmen bei der internationalen Expansion unterstützen. Egal, ob Sie neue Märkte erschließen oder Ihr Geschäft global ausweiten möchten, Shopify ermöglicht es, den internationalen Verkauf effizient zu gestalten. Hier sind einige der wichtigsten Aspekte, wie Shopify bei der internationalen Expansion von B2B-Shops hilft:

Mehrere Währungen und Sprachen

Shopify bietet eine Multicurrency-Funktion, die es B2B-Unternehmen ermöglicht, ihren Kunden weltweit Preise in ihrer eigenen Währung anzuzeigen und zu berechnen. Das ist besonders wichtig, um eine reibungslose und transparente Einkaufserfahrung zu gewährleisten, ohne dass Kunden manuell Währungsumrechnungen vornehmen müssen.

Shopify Wahrungsrechner Backend

  • Währungsumrechnungen: Shopify stellt sicher, dass Währungen automatisch umgerechnet werden, basierend auf Echtzeit-Wechselkursen.

  • Shopify Payments: Mit Shopify Payments können Sie Zahlungen in mehreren Währungen akzeptieren. Kunden können in ihrer lokalen Währung bezahlen, und der Shop-Betreiber erhält die Zahlung in seiner bevorzugten Währung.

  • Mehrsprachige Shops: Shopify unterstützt die Erstellung von mehrsprachigen Onlineshops, sodass B2B-Kunden Produkte in ihrer bevorzugten Sprache finden und kaufen können. Dies geschieht entweder über die integrierte Shopify-Übersetzungsfunktion oder durch Apps, die Übersetzungen für verschiedene Sprachen ermöglichen.

Internationale Steuern und Mehrwertsteuer (MwSt.)

Beim internationalen Handel sind länderspezifische Steuerregeln von großer Bedeutung. Shopify bietet eine automatische Steuerberechnung, die auf den verschiedenen Steuersätzen weltweit basiert.

  • Steuerregeln und -sätze: Shopify ermöglicht es, verschiedene Steuersätze je nach Land und Region festzulegen. Diese Funktion hilft, die Mehrwertsteuer oder andere spezifische Steuern automatisch in den Bestellwert einzurechnen.

  • EU-Mehrwertsteuer: Shopify bietet speziell für den europäischen Markt eine EU-MwSt.-Regelung, mit der Händler den aktuellen MwSt.-Satz für jedes Land korrekt anwenden können. Auch die One-Stop-Shop (OSS)-Regelung zur Meldung und Zahlung der MwSt. für grenzüberschreitende Verkäufe innerhalb der EU wird unterstützt.

Internationale Versandoptionen

Für den internationalen Versand bietet Shopify eine Vielzahl von Lösungen, die die Versandkosten und -abwicklung erleichtern:

  • Globale Versandtarife: Shopify lässt sich nahtlos mit Versanddienstleistern wie DHL, UPS und FedEx integrieren, um internationale Versandtarife in Echtzeit anzuzeigen. So können Sie Ihren B2B-Kunden genaue Versandkosten auf der Bestellseite anzeigen.

  • Zoll- und Importgebühren: Shopify hilft bei der Berechnung von Zollgebühren und Importsteuern, die für internationale Sendungen anfallen können. Sie können Ihren Kunden auch die Möglichkeit bieten, die Zollgebühren und Steuern im Voraus zu bezahlen, um Überraschungen beim Empfang der Ware zu vermeiden.

  • Versandzonen: Mit Shopify können Sie verschiedene Versandzonen erstellen, die je nach Zielregion unterschiedliche Versandmethoden und Preise anbieten. Dies ermöglicht es, spezifische Preise und Optionen für verschiedene Länder oder Regionen festzulegen.

Shopify Versandzonen Backend

Lesetipp: Alles zum Thema Shopify Versand lesen Sie hier.

Multi-Channel-Verkauf

Shopify unterstützt den Multi-Channel-Verkauf über mehrere Kanäle, was besonders vorteilhaft für B2B-Unternehmen ist, die ihre Produkte international anbieten möchten.

  • Marktplatz-Integrationen: Sie können Ihren Shopify-Shop mit internationalen Marktplätzen wie Amazon, eBay oder Etsy verbinden, um Ihre Reichweite zu vergrößern und neue Kunden zu gewinnen.

  • Social Media und Online-Marketing: Shopify bietet nahtlose Integrationen für Social Media-Plattformen wie Facebook, Instagram und Pinterest, die den internationalen Verkauf ankurbeln können.

Internationale rechtliche Anforderungen und Datenschutz

Die Expansion in internationale Märkte bringt auch rechtliche und datenschutzrechtliche Herausforderungen mit sich. Shopify hilft B2B-Unternehmen, diese Anforderungen zu erfüllen:

  • Datenschutz: Shopify ist DSGVO-konform und hilft Ihnen, die Datenschutzanforderungen der verschiedenen Länder zu erfüllen. Besonders in Europa müssen B2B-Unternehmen sicherstellen, dass sie Kundendaten sicher verarbeiten und speichern.

  • Rechtliche Anforderungen: Shopify bietet rechtliche Tools, um sicherzustellen, dass Ihre Geschäftsbedingungen und Rückgaberichtlinien international anwendbar sind. Sie können länderspezifische Geschäftsbedingungen hinzufügen und die Anforderungen an die Rücksendung und Garantie je nach Markt anpassen.

Shopify Markets

Shopify Markets ist eine umfassende Lösung, die speziell für Unternehmen entwickelt wurde, die in mehreren Ländern tätig sind. Mit Shopify Markets können Sie internationale Märkte einfach verwalten.

Shopify Markets Backend

  • Globale Preisgestaltung und Anpassungen: Preise und Inhalte können je nach Markt unterschiedlich festgelegt werden. Sie können also für jedes Land spezifische Preise und Rabatte anbieten.

  • Lokale Zahlungsmethoden: Shopify Markets unterstützt lokale Zahlungsmethoden wie Klarna oder Sofort, die für bestimmte Märkte typisch sind.

  • Individuelle Marktplatz-Optionen: Sie können für verschiedene Länder und Regionen unterschiedliche Verkaufsstrategien und Marketingkampagnen umsetzen, was besonders für B2B-Unternehmen, die spezialisierte Märkte bedienen, hilfreich ist.

Lesetipp: Shopify Markets und Managed Markets: Wir verschaffen Ihnen einen Überblick.

B2B-Shop mit Shopify: Beispiele von Latori

Für Latori ist die Umsetzung von performancestarken B2B-Shops ein großes Fokusthema. Wir haben bereits eine Vielzahl komplexer B2B-Shops mit Shopify entwickelt und stellen Ihnen heute drei unserer Shopify Projekte vor: 

1. Bego

Die BEGO GmbH & Co. KG aus Bremen ist einer der führenden Hersteller von Zahnersatz und Implantaten. Mit dem Shopify Plus B2B-Shop spricht Bego ihre zahlreichen Businesskunden an. Damit können z.B. Zahnarzt-Praxen die zahnmedizinischen Produkte nach einer Anmeldung erwerben.

2. Selecta

Selecta ist der größte Anbieter für Verpflegung aus Automaten. Auch für dieses Großunternehmen haben wir den Verkauf über einen Shopify Plus Shop ermöglicht. Selecta bietet dort Geschäfts- oder Großkunden die Möglichkeit, die bekannten Produkte aus den Automaten zu erwerben.

3. Neuland

Neuland ist ein führender Anbieter von Lernwerkzeugen und ganzheitlichen Raumkonzepten. Zum Produktkatalog gehören Marker, Stifte, Kreide & mehr. Die Produkte von Neuland werden sowohl an B2C Kunden als auch an B2B Kunden aus der ganzen Welt.

Fazit: Shopify eignet sich durchaus als Lösung für den B2B-Vertrieb

Der B2B-Vertrieb ist für Händler eine lukrative Wachstumschance, die nicht außer Acht gelassen werden sollte. Auch wenn ein B2B Onlineshop die Komplexität sowohl in technischer als auch in organisatorischer Hinsicht erhöht, überwiegen dennoch die Vorteile. Auf lange Sicht haben Shops für gewerbliche Kunden zudem eine nicht zu unterschätzende Marketing-Wirkung, die dem bestehenden B2C-Online-Shop einen zusätzlichen Boost verschaffen kann.

Abhängig von Ihrer konkreten Situation bieten sich verschiedene Konzepte für die Umsetzung. Sollten Sie Ihr Geschäft mit Shopify zusätzlich auf B2B-Kunden aufbauen wollen, empfehlen wir Ihnen, dies mit einem professionellen Partner umzusetzen. Wir unterstützen Sie gerne bei der Umsetzung Ihres B2B-Shops mit Shopify und sorgen dafür, dass Sie alle Prozesse reibungslos nutzen können. Kontaktieren Sie uns.

Häufig gestellte Fragen zu B2B mit Shopify

Was ist ein B2B Online Shop?

Ein B2B Online Shop ist eine E-Commerce-Plattform für den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen an Geschäftskunden (Business-to-Business). Im Gegensatz zum B2C-Shop bietet er spezifische B2B Shop Funktionen wie Netto-Preisanzeigen, kundenspezifische Preislisten, Staffelpreise, Mindestbestellmengen (MOQ) sowie den Kauf auf Rechnung.

Was ist “B2B on Shopify”?

„B2B on Shopify“ bezeichnet die nativen B2B-Features im Shopify Plus Plan. Die Funktion ermöglicht es Unternehmen, den B2B- und B2C-Vertrieb direkt aus einem einzigen Admin-Bereich zu steuern. Features wie Firmenprofile, individuelle Kataloge, Zahlungsziele und Netto-Preise sind dabei out-of-the-box ohne zusätzliche Apps integriert.

Ist B2B mit Shopify möglich?

Ja, Shopify eignet sich hervorragend als B2B Shop Software. In den Standard-Tarifen (Basic, Shopify, Advanced) lässt sich ein B2B Shop mit Shopify flexibel mithilfe von B2B Apps und Plugins realisieren. Für mittlere und große Unternehmen bietet Shopify Plus mit nativen B2B-Features eine hochskalierbare Enterprise-Lösung.

Wie funktioniert B2B mit Shopify?

Ein Shopify B2B Shop steuert Produktkataloge, Preise und Zahlungsarten basierend auf Kunden-Logins oder Firmenkonten. Sobald sich verifizierte Geschäftskunden anmelden, sehen sie automatisch ihre individuellen Nettopreise, vereinbarte Rabatte, Mengenzustellungen und spezifische B2B-Zahlungsoptionen wie den Kauf auf Rechnung mit Zahlungsziel.

Kann ich mit Shopify für B2C und B2B verkaufen?

Ja, Shopify unterstützt sowohl gemischte Shops (B2C & B2B in einem Store) als auch getrennte Stores. Über spezielle Shopify B2B Apps oder die nativen Plus-Features sehen B2C-Kunden reguläre Bruttopreise, während B2B-Kunden nach dem Login exklusive Nettopreise, B2B-Kataloge und individuelle Konditionen erhalten.

Was kostet es, einen Shopify B2B Shop zu erstellen?

Die Kosten variieren je nach Systemarchitektur und Komplexität:

  • Standard-Shopify + B2B Apps: Niedrige monatliche Softwarekosten zzgl. einmaliger Setup-Kosten (oft im vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich).

  • Shopify Plus Enterprise-Lösung: Ab $2.000/Monat Lizenzgebühr. Die B2B Onlineshop Entwicklung inklusive ERP-Anbindung und Schnittstellen liegt je nach Projektumfang meist zwischen 30.000 € und 150.000 €+.

Wie kann ich einen Shopify B2B Shop erstellen?
  1. Konzept wählen: Entscheiden Sie zwischen einem gemischten Shop, zwei getrennten Shops oder der Shopify Plus Enterprise-Lösung.

  2. Setup & Theme: Wählen Sie ein performantes B2B Shopify Theme und legen Sie B2B-Produktkataloge an.

  3. B2B-Funktionen einrichten: Integrieren Sie Shopify B2B Plugins (oder Plus-Features) für Nettopreise, Firmenkonten und Staffelpreise.

  4. Schnittstellen (ERP/WaWi) anbinden: Verknüpfen Sie Ihr Warenwirtschaftssystem für automatische Bestands- und Auftragsabwicklung.

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