Shopify hat im September 2026 wieder einiges an seiner Plattform verändert. Neben einem neuen Look für den Shopify Admin gab es Updates für Analytics, Payments und WhatsApp-Marketing. Gleichzeitig geht es bei Shopify immer stärker um AI, Agentic Commerce und die Frage, wie Produkte und Shops künftig auch über AI-Agenten erreichbar sind.
Auch für Entwickler gab es einige Änderungen, die bei bestehenden Apps und Shopify-Plus-Projekten relevant werden können. Wir haben die wichtigsten Shopify News aus dem September zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
- Shopify Admin bekommt ein neues Design
- Shopify Analytics bekommt ein neues Session-Tracking
- Produktvarianten können jetzt bis zu 20 Barcodes verwalten
- WhatsApp-Marketing: Opt-in jetzt direkt beim Checkout
- Meta wird zum AI-Kanal in Shopify
- Kategorie-Metafelder und Metaobjects können in Shopify Analytics genutzt werden
- WebMCP bringt AI-Agenten bis in den Checkout
- Weitere wichtige Änderungen für Shopify-Entwickler
- Fazit: Shopify entwickelt sich weiter in Richtung AI und komplexerer Commerce-Setups
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Shopify Admin bekommt ein neues Design
Seit dem 15. September rollt Shopify schrittweise ein neues Design für den Shopify Admin aus. Geändert wurden unter anderem Farben, Typografie, Abstände und Icons. Auch die Navigation sieht anders aus: Suche, Benachrichtigungen und der Store-Wechsler befinden sich jetzt in der Seitenleiste. Diese lässt sich einklappen, damit mehr Platz für die eigentliche Arbeit bleibt.
Auch Shopify Sidekick hat einen neuen Platz bekommen. Der KI-Assistent sitzt nicht mehr in einem seitlichen Panel, sondern als schwebender Chat am unteren Rand des Admins. Dadurch kann Sidekick unabhängig von der jeweiligen Admin-Seite geöffnet werden.
Für Händler ist keine Anpassung notwendig. Das neue Design wird nach und nach ausgerollt. Für Entwickler ist die Änderung etwas wichtiger: Admin UI Extensions und App Home UI Extensions übernehmen die neuen Styles automatisch. Eigene App-Oberflächen können dagegen weiterhin im bisherigen Design bleiben, bis auf Polaris 2.0 umgestellt wird.
Passend dazu hat Shopify im September auch die Weiterentwicklung von Polaris vorangetrieben. Der neue Semantic-Versioning-Ansatz beim Polaris CDN sorgt dafür, dass größere Versionssprünge bewusst übernommen werden müssen.
Quelle: Shopify Developer Changelog – Prepare your app for the Shopify admin's new look
Shopify Analytics bekommt ein neues Session-Tracking
Seit dem 21. September misst Shopify Sessions in Analytics anders. Bot- und System-Traffic werden genauer von menschlichen Besuchern getrennt. Gleichzeitig können gültige Besuche auch dann als Session erfasst werden, wenn kein klassischer Pageview stattfindet.
Das kann sich deutlich auf bestehende Reports auswirken. Unter anderem können sich die Werte für Sessions, Conversion Rate, Add-to-Cart-Rate, Checkout-Conversion, Bounce Rate, Pageviews pro Session und Online-Store-Besucher verändern.
Wichtig ist dabei: Das bedeutet nicht automatisch, dass sich der tatsächliche Traffic oder das Kaufverhalten verändert hat. Bestellungen, Umsatz und Kundenzahlen werden durch die Umstellung nicht verändert.
Für Auswertungen sollte der 21. September deshalb als neue Baseline betrachtet werden. Wer die Performance im September mit früheren Monaten vergleicht, sollte die veränderte Messung im Hinterkopf behalten.
Quelle: Shopify Changelog – Shopify Analytics session measurement improvements
Lesetipp: Sie möchten mehr aus Ihren Shop-Daten herausholen? In unserem Beitrag erfahren Sie, wie Shopify Analytics funktioniert, welche Kennzahlen besonders relevant sind und welche neuen Analysefunktionen Shopify bietet.
Produktvarianten können jetzt bis zu 20 Barcodes verwalten
Mehrere Barcodes pro Produktvariante sind jetzt möglich. Bis zu 20 Barcodes können einer Variante zugeordnet werden. Zusätzlich kann für jeden Barcode ein Typ angegeben werden, zum Beispiel GTIN, UPC, EAN, ISBN oder ASIN.
Das ist vor allem bei Shops interessant, bei denen Produkte über unterschiedliche Identifikatoren geführt werden. Ein Beispiel ist der Buchhandel: Ein Buch wird normalerweise über seine ISBN identifiziert, während andere Produkte desselben Sortiments eine GTIN haben können.
Genau dieses Szenario ist bei unserem Kunden DK-Verlag relevant. Dort werden hauptsächlich Bücher vertrieben, gleichzeitig gibt es aber auch weitere Produkte mit anderen Produktkennzeichnungen. Mit dem bisherigen einzelnen Barcode-Feld ließ sich nicht direkt unterscheiden, ob es sich bei einem Wert um eine ISBN oder eine GTIN handelt. Durch den neuen Barcode-Typ ist diese Information jetzt direkt am Barcode hinterlegt.
Auch für Shopify POS wurde die Funktion erweitert. Varianten können über jeden der hinterlegten Barcodes gesucht oder gescannt werden.
Technisch können die Barcodes über die neue barcodes-Struktur ausgelesen und unter anderem über productSet, productVariantsBulkCreate und productVariantsBulkUpdate geschrieben werden.
Quelle: Shopify Developer Changelog – Variants now support multiple barcodes
WhatsApp-Marketing: Opt-in jetzt direkt beim Checkout
Der WhatsApp-Kanal wird weiter ausgebaut. Seit dem 10. September können Händler die Einwilligung für WhatsApp-Marketing direkt während des Checkouts erfassen.
Kunden können beim Kauf ihre Zustimmung geben und anschließend für WhatsApp-Marketing angesprochen werden. Die Einwilligung wird in Shopify verwaltet und kann für entsprechende Marketingaktivitäten genutzt werden.
Damit kommt ein weiterer Touchpoint für den Aufbau einer WhatsApp-Abonnentenliste direkt in den Kaufprozess. Bisher konnten Händler die Einwilligung unter anderem über Shopify Forms erfassen.
Wie bei anderen Marketingkanälen gilt auch hier: Die Einwilligung muss entsprechend den geltenden rechtlichen Anforderungen eingeholt und verarbeitet werden.
Quelle: Shopify Changelog – Collect WhatsApp marketing consent at checkout
Lesetipp: Wie lässt sich WhatsApp als Marketingkanal für Ihren Shopify-Shop nutzen? In unserem Beitrag zeigen wir Strategien, Best Practices und Möglichkeiten für Conversational Commerce.
Meta wird zum AI-Kanal in Shopify
Das Thema Agentic Commerce wird weiter ausgebaut. Seit dem 8. September erscheint Meta als eigener AI-Kanal im Shopify Admin. Produkte werden dabei standardmäßig über den Shopify Catalog mit Meta geteilt.
Händler können in den Einstellungen festlegen, wie Catalog und Direct Checkout genutzt werden. Auch die Performance des Kanals kann innerhalb der entsprechenden Agentic-Storefront-Einstellungen eingesehen werden.
Damit können Shopify-Produkte nicht mehr nur über den klassischen Online-Shop oder etablierte Verkaufskanäle ausgespielt werden. Auch neue AI-basierte Shopping-Erlebnisse werden Teil der Commerce-Infrastruktur.
Momentan ist diese Möglichkeit noch nicht für alle Händler ausgerollt. Voraussetzung für den Vertrieb über Meta ist unter anderem, dass Ihr Shop an Kunden in den Vereinigten Staaten, Kanada oder Mexiko verkauft.
Für Händler rückt damit die Qualität der Produktdaten noch stärker in den Mittelpunkt. Produktnamen, Varianten, Preise, Verfügbarkeit und weitere Kataloginformationen müssen so strukturiert sein, dass sie auch außerhalb des eigenen Shops sinnvoll verarbeitet werden können.
Gerade mit Blick auf AI Search und Agentic Commerce wird die Frage wichtiger, ob ein Produkt nicht nur auffindbar ist, sondern auch von anderen Systemen eindeutig verstanden und verwendet werden kann.
Quelle: Shopify Changelog – Meta is now an AI channel in your admin
Kategorie-Metafelder und Metaobjects können in Shopify Analytics genutzt werden
Auch bei Analytics gibt es neue Möglichkeiten. Kategorie-Metafelder wie Farbe, Material, Passform oder Größe können jetzt direkt in Reports als Dimensionen und Filter verwendet werden.
Damit lassen sich zum Beispiel Umsätze nach Farbe oder Material auswerten. Wenn Produkte bereits mit den entsprechenden Kategorie-Metafeldern versehen sind, müssen Händler dafür nichts zusätzlich einrichten.
Ende September kamen außerdem Metaobject-Felder hinzu. Damit können auch individuelle strukturierte Informationen aus Metaobjects für Analytics verwendet werden, etwa Designer, Herkunftsland, Garantieinformationen oder Loyalty-Stufen.
Das ist vor allem für Shops mit umfangreichen Produktdaten interessant. Die strukturierten Informationen, die bereits im Shop vorhanden sind, können dadurch stärker mit Verkaufs- und Performance-Daten verbunden werden.
Quelle: Shopify Changelog – Category metafields are now available in Analytics und Shopify Changelog – Use metaobject fields in Analytics reports
Lesetipp: Shopify Metaobjects Einführung Praktische Anleitung - wie Sie mit Metaobjects benutzerdefinierte Datenstrukturen in Shopify anlegen, verwalten und dynamisch im Shop anzeigen.
WebMCP bringt AI-Agenten bis in den Checkout
Im Checkout werden die Möglichkeiten für AI-Agenten erweitert. Mit der WebMCP-Unterstützung können Browser-Agenten mit dem Shopify Checkout interagieren.
Unter anderem können Agenten den Checkout-Status auslesen, unterstützte Checkout-Daten aktualisieren und nach einer Bestätigung durch den Kunden den Kauf abschließen.
Das baut auf den WebMCP-Funktionen auf, die bereits für Storefronts und den Warenkorb eingeführt wurden. Der Agent kann damit einen größeren Teil des Kaufprozesses abbilden, anstatt nur bei der Produktsuche oder beim Aufbau des Warenkorbs zu unterstützen.
Für Händler bedeutet das zunächst vor allem eine Entwicklung, die man beobachten sollte. Für Entwickler ist sie konkreter, weil neue Schnittstellen für agentenbasierte Interaktionen mit Storefront und Checkout entstehen.
Quelle: Shopify Developer Changelog – WebMCP support for checkout
Weitere wichtige Änderungen für Shopify-Entwickler
Neben den größeren Features gab es im September einige Änderungen, die vor allem für App-Entwickler relevant sind.
Events: Query-Limit sinkt von 250 auf 100 Punkte
Die maximale Query Complexity für Events Subscriptions sinkt von 250 auf 100 Punkte. Classic Webhooks sind davon nicht betroffen.
Entwickler sollten deshalb bestehende Subscription Queries prüfen. Shopify empfiehlt, nur die Daten abzufragen, die für das jeweilige Event tatsächlich benötigt werden. Wird zum Beispiel nur der Preis einer geänderten Variante benötigt, muss nicht jedes Mal das komplette Produkt inklusive aller Varianten geladen werden.
Das kann bei bestehenden Apps Anpassungen notwendig machen und ist deshalb eine der Developer-Änderungen, die man nicht einfach übersehen sollte.
Quelle: Shopify Developer Changelog – Events subscription query complexity limit is changing to 100 points
Private Plans können jetzt unbegrenzt angelegt werden
Bei Shopify App Pricing gibt es ebenfalls mehr Spielraum. Entwickler können seit dem 21. September unbegrenzt viele Private Plans pro App erstellen und unbegrenzt viele Ziel-Stores einem Plan zuordnen.
Die bisherigen Grenzen lagen bei 15 Private Plans und 20 Stores pro Plan. Für Apps mit individuellen Preisen oder speziellen Konditionen für einzelne B2B- beziehungsweise Enterprise-Kunden wird die Verwaltung damit deutlich flexibler.
Quelle: Shopify Developer Changelog – Unlimited private plans and target stores in Shopify App Pricing
Metafields bekommen ein translatable-Feld
Mit der API-Version 2026-10 gibt es im GraphQL Admin API ein neues Boolean-Feld translatable direkt am Metafield-Objekt.
Apps können damit direkt erkennen, ob ein Metafield-Wert übersetzbar ist. Bisher musste dafür der separate TranslatableResourceType.METAFIELD-Mechanismus verwendet werden.
Für Apps, die mit übersetzbaren Metafields arbeiten, sollte die Migration auf die neue API-Version entsprechend geprüft werden.
Quelle: Shopify Developer Changelog – New translatable boolean field for Metafield GraphQL Object
UI Extensions: Ausnahme bei zu großen Bundles möglich
Auch bei UI Extensions gibt es eine Änderung. Extensions mit API-Version 2025-10 oder höher sind grundsätzlich auf 64 KB komprimiertes JavaScript pro Extension begrenzt. Full-Page-Customer-Account-Extensions dürfen bis zu 128 KB groß sein.
Wenn sich eine bestehende Extension trotz Optimierung nicht unter das Limit bringen lässt, kann bei Shopify eine Ausnahme beantragt werden. Geprüft wird dabei unter anderem, ob das zusätzliche Bundle-Gewicht tatsächlich notwendig ist. Große Bibliotheken, doppelte Dependencies oder mit gebundene Übersetzungen gelten zum Beispiel nicht als ausreichende Begründung.
Unser Tech Lead und Entwickler Gianluigi Zarrelli misst diesem Punkt besondere Relevanz zu. Für Latori ist das vor allem dann von Bedeutung, wenn bei einem Projekt eine UI Extension an die Bundle-Grenze kommt.
Quelle: Shopify Developer Changelog – Request a bundle size exception for existing UI extensions
Polaris CDN 1.1 ist stabil
Für Entwickler rund um Shopify Apps ist außerdem Polaris relevant. Polaris CDN 1.1 ist seit dem 22. September stabil. Shopify führt dabei das neue Semantic-Versioning-Modell weiter: Minor Releases können kompatible Änderungen automatisch ausrollen, während ein Major Release bewusst übernommen werden muss.
Damit können Entwickler besser steuern, wann größere Änderungen in einer App übernommen werden. Wer die CDN-Version fest pinnt, kann außerdem gezielt bei einer bestimmten Polaris-Version bleiben.
Quelle: Shopify Developer Changelog – Polaris CDN 1.1 is now stable
Hydrogen bekommt neue Funktionen
Auch bei Hydrogen gab es im September einige Änderungen. Im Developer Preview kamen unter anderem Variant Links, Verbesserungen beim Cart-Refreshing und eine vereinfachte Einrichtung lokaler HTTPS-Zertifikate hinzu.
Variant Links können direkt auf eine bestimmte Produktvariante verweisen. Das kann zum Beispiel bei Links aus Produktfeeds relevant sein. Außerdem lässt sich der Warenkorb nach Änderungen durch eigenen Code gezielter aktualisieren.
Für Headless-Projekte mit Hydrogen sind solche Änderungen weniger sichtbar als neue Shop-Features, können die tägliche Entwicklungsarbeit aber deutlich beeinflussen.
Quelle: Shopify Developer Changelog – Hydrogen developer preview update: September 2, 2026
Lesetipp: Sie interessieren sich für Headless Commerce mit Shopify? Erfahren Sie in unserem Beitrag, wie Shopify Hydrogen und Oxygen funktionieren und welche Möglichkeiten sie für individuelle Storefronts bieten.
Fazit: Shopify entwickelt sich weiter in Richtung AI und komplexerer Commerce-Setups
Im September ging es bei Shopify nicht nur um einzelne neue Funktionen. Mehrere Updates zeigen, dass sich die Plattform an verschiedenen Stellen weiterentwickelt.
Auf Händlerseite stehen unter anderem Analytics, WhatsApp, Payments und strukturierte Produktdaten im Mittelpunkt. Gleichzeitig werden die technischen Grundlagen für AI- und agentenbasierte Einkaufserlebnisse weiter ausgebaut. Meta als AI-Kanal und WebMCP für den Checkout sind dafür zwei gute Beispiele.
Für Entwickler kommen parallel neue Anforderungen hinzu – etwa bei Events Subscriptions, UI Extensions und API-Versionen. Gerade bei bestehenden Shopify-Plus-Projekten lohnt es sich deshalb, die Änderungen aus dem Changelog regelmäßig zu prüfen.
Denn nicht jedes Update verändert den Shop sofort. Einige Änderungen werden erst dann wichtig, wenn eine bestehende App, Integration oder individuelle Lösung betroffen ist.
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