Auch im August 2026 hat Shopify zahlreiche Neuerungen veröffentlicht. Im Fokus stehen diesmal vor allem technische Anpassungen, neue Möglichkeiten für Versand und Payments sowie Verbesserungen für Analytics, Marketing und Headless Commerce.
Besonders relevant sind die schrittweise Abschaffung von Script Tags, neue Funktionen für Hydrogen und Oxygen sowie Erweiterungen für Shopify Shipping, WhatsApp-Marketing und Shopify Payments.
In diesem Beitrag stellen wir die wichtigsten Shopify-Updates aus dem August vor und zeigen, was sie für Händlerinnen und Händler bedeuten.
Inhaltsverzeichnis
- Script Tags werden abgeschafft: Das müssen Händler jetzt wissen
- Welche Alternativen gibt es?
- Hydrogen erhält neue Funktionen
- ShopifyQL: Shop-Campaigns-Performance jetzt in Analytics-Tools verfügbar
- Shopify Inventory: „Reserved“ wird zu „Committed“
- Oxygen jetzt auch für Development Stores verfügbar
- Mehrere Trackingnummern bei orderCreate möglich
- DHL Express jetzt direkt über Shopify Shipping verfügbar
- Shopify Payments: Neuer Activity Report schafft mehr Transparenz
- WhatsApp-Marketing: Einwilligungen jetzt über Shopify Forms erfassen
- Fazit
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Script Tags werden abgeschafft: Das müssen Händler jetzt wissen
Shopify verabschiedet sich schrittweise von Script Tags. Die Technologie wurde unter anderem von Apps genutzt, um JavaScript in Shopify-Shops einzubinden. Künftig setzt Shopify stattdessen stärker auf moderne Lösungen wie Theme App Extensions, Web Pixels und Customer Account UI Extensions.
Für Script Tags auf der Order-Status-Seite endet die Ausführung am 26. August 2026. Für Script Tags auf Storefronts gilt eine längere Übergangsfrist: Ab dem 1. Oktober 2026 können keine neuen Script Tags mehr erstellt oder bestehende aktualisiert werden. Am 1. März 2027 endet die Ausführung vollständig.
Welche Alternativen gibt es?
Je nach Einsatzgebiet kommen unterschiedliche Lösungen infrage:
Theme App Extensions für Storefront-Funktionen und UI-Elemente
Web Pixels für Tracking- und Marketing-Szenarien
Customer Account UI Extensions für Funktionen rund um Kundenkonten und die Order-Status-Seite
Händler sollten deshalb prüfen, ob bestehende Apps oder individuelle Entwicklungen noch auf Script Tags angewiesen sind.
Latori Experten-Tipp:
Nicht jedes Script Tag lässt sich mit derselben Technologie ersetzen. Prüfen Sie zunächst, welche Funktion das Script erfüllt, und wählen Sie danach die passende Extension oder Pixel-Lösung.
Wichtig: Script Tags sind nicht dasselbe wie die bereits im Juni 2026 abgeschalteten Shopify Scripts. Beide Technologien haben unterschiedliche Einsatzbereiche.
Hydrogen erhält neue Funktionen
Shopify hat im August ein neues Developer-Preview-Update für Hydrogen veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen Verbesserungen rund um Warenkorb, Customer Accounts, Analytics und die lokale Entwicklung.
Unter anderem werden Cart- und Customer-Account-Sessions besser miteinander synchronisiert. Außerdem unterstützt Hydrogen jetzt Cart Attributes, mit denen sich zusätzliche Informationen am Warenkorb oder an einzelnen Positionen speichern lassen.
Weitere Verbesserungen betreffen Page-View-Events bei clientseitiger Navigation, Shop Pay Buttons sowie lokale HTTPS-Umgebungen für Customer-Account-Entwicklung.
Damit verbessert Shopify insbesondere die Möglichkeiten für individuell entwickelte und technisch anspruchsvolle Headless-Storefronts.
Lesetipp: Mehr zu den Grundlagen und Einsatzmöglichkeiten von Hydrogen und Oxygen erfahren Sie in unserem Beitrag zu Shopify Hydrogen & Oxygen.
ShopifyQL: Shop-Campaigns-Performance jetzt in Analytics-Tools verfügbar
Seit dem 10. August 2026 können Daten aus Shopify Shop Campaigns über ShopifyQL abgerufen werden. Shop Campaigns lassen sich dadurch jetzt besser mit anderen Marketingkanälen vergleichen.
Welche Daten stehen zur Verfügung?
Die Daten können auf Kampagnenebene sowie nach Kundensegment und Zeitraum ausgewertet werden. Dazu gehören unter anderem:
Werbeausgaben
Umsatz und Bestellungen
Return on Ad Spend (ROAS)
durchschnittlicher Bestellwert (AOV)
Customer Acquisition Cost (CAC)
Die Daten lassen sich beispielsweise in Analytics-Tools wie Triple Whale, Northbeam oder Elevar integrieren. Auch individuelle Reports mit Tools wie Power BI, Tableau oder Looker Studio können über ShopifyQL auf die Daten zugreifen. Zusätzlich sind die Shop-Campaigns-Daten direkt in den Bereichen Analytics und Advertising im Shopify-Admin verfügbar.
Latori Experten-Tipp:
Für Händler, die ihre Marketingkanäle zentral auswerten, wird Shop Campaigns damit leichter mit anderen Kampagnen vergleichbar. Prüfen Sie bei bestehenden Analytics-Setups, ob Ihr Reporting-Tool die neuen Daten bereits unterstützt.
Lesetipp: Mehr über die Shopify Analytics lesen Sie in unserem Blogbeitrag.
Shopify Inventory: „Reserved“ wird zu „Committed“
Shopify ändert die Bezeichnung und Zuordnung bestimmter Bestandsmengen. Bestände aus Draft Orders sowie Transfers und Shipments, die bisher unter „Reserved“ geführt wurden, werden künftig als „Committed“ ausgewiesen.
Für Händler wichtig: Die tatsächlich verfügbare Menge ändert sich dadurch nicht. Es handelt sich um eine Änderung der Bestandskategorisierung.
Relevant ist die Anpassung vor allem für individuelle Integrationen. Systeme, die den Wert reserved aus Shopify auslesen und für eigene Bestandslogiken verwenden, sollten entsprechend überprüft werden.
Latori Experten-Tipp:
Bei ERP-, PIM- oder WMS-Anbindungen sollten Bestandsabfragen nach Shopify-Updates immer auf ihre Logik geprüft werden. Besonders individuelle API-Abfragen können von Änderungen an der Bestandsklassifizierung betroffen sein.
Oxygen jetzt auch für Development Stores verfügbar
Shopify erweitert im August die Nutzungsmöglichkeiten von Oxygen. Die Hosting-Plattform für Hydrogen-Storefronts kann jetzt auch mit Development Stores genutzt werden.
Damit können Entwickler Hydrogen-Projekte bereits während der Entwicklungsphase auf Oxygen testen und Deployments unter realistischeren Bedingungen durchführen.
Die Neuerung ist vor allem für Agenturen und Entwicklerteams interessant, die neue Headless-Projekte aufbauen oder Hydrogen zunächst evaluieren möchten.
Lesetipp: Für unseren Kunden Hunter war Hydrogen im Einsatz, um Headless-Storefronts umzusetzen. Lesen Sie mehr dazu in der Hunter Case Study.
Mehrere Trackingnummern bei orderCreate möglich
Shopify erweitert die orderCreate-Mutation der Admin GraphQL API. Ab API-Version 2026-10 können bei einem Fulfillment mehrere Trackingnummern direkt beim Erstellen übergeben werden.
Das ist beispielsweise relevant, wenn eine Bestellung in mehreren Paketen versendet wird.
Bisher mussten zusätzliche Trackingnummern nachträglich ergänzt werden. Mit dem neuen Feld trackingNumbers können mehrere Sendungsnummern direkt beim Erstellen des Fulfillments übermittelt werden.
Die Neuerung erleichtert damit insbesondere Integrationen mit ERP-, OMS- oder WMS-Systemen.
Latori Experten-Tipp:
Bei Multi-Package-Shipping lohnt sich die Prüfung bestehender Fulfillment-Integrationen. Die neue Funktion kann zusätzliche API-Aufrufe reduzieren und die Übertragung von Trackinginformationen vereinfachen.
DHL Express jetzt direkt über Shopify Shipping verfügbar
Seit dem 13. August steht DHL Express in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien direkt über Shopify Shipping zur Verfügung. Händler können DHL-Express-Labels für nationale und internationale Sendungen direkt im Shopify-Admin erstellen.
Zu den wichtigsten Funktionen gehören:
DHL-Express-Labels direkt aus Shopify erstellen
nationale und internationale Sendungen
automatische Zolldokumente bei internationalen Sendungen
Unterstützung von DHL On Demand Delivery
keine zusätzliche Versand-App erforderlich
Die Integration erleichtert damit insbesondere den Versand für Händler mit internationalem Expressgeschäft.
Latori Experten-Tipp:
Für Shops mit mehreren Versanddienstleistern oder komplexen Versandregeln sollte geprüft werden, ob Shopify Shipping ausreicht oder eine zentrale Versandlogik über ERP, WMS oder eine Versandplattform sinnvoller ist.
Lesetipp: Mehr zu Strategien, Logistik und Währungen beim weltweiten Rollout erfahren Sie in unserem Beitrag zu International verkaufen mit Shopify.
Shopify Payments: Neuer Activity Report schafft mehr Transparenz
Shopify erweitert Shopify Payments um einen neuen Activity Report. Der Bericht zeigt, wie sich das Shopify-Payments-Guthaben innerhalb eines ausgewählten Zeitraums verändert hat.
Der Report umfasst unter anderem:
Anfangssaldo
Bruttoaktivitäten
Gebühren
Auszahlungen
Endsaldo
Der Bericht kann über Finanzen → Dokumente → Shopify Payments Activity Report beziehungsweise über die Payouts-Seite aufgerufen und als PDF exportiert werden.
Damit eignet sich die neue Funktion insbesondere für Monatsabschlüsse, Abstimmungen und die Dokumentation von Zahlungsaktivitäten.
Latori Experten-Tipp:
Bei Shops mit hohem Transaktionsvolumen kann der Activity Report die Abstimmung zwischen Shopify Payments, ERP und Buchhaltung vereinfachen.
Lesetipp: Mehr zu den verschiedenen Zahlungsarten, Gebühren und der Buchhaltungsanbindung erfahren Sie in unserem Beitrag zu Shopify Payments & Zahlungsmethoden.
WhatsApp-Marketing: Einwilligungen jetzt über Shopify Forms erfassen
Seit dem 6. August können Händler über Shopify Forms direkt die Einwilligung für WhatsApp-Marketing erfassen. Dadurch lässt sich der Aufbau einer WhatsApp-Abonnentenliste direkt in die Leadgenerierung integrieren.
Der Ablauf kann beispielsweise so aussehen:
Shopbesuch → Shopify Form → WhatsApp-Opt-in → WhatsApp-Marketing
Die neue Funktion ergänzt die bereits Ende Juli eingeführte WhatsApp-Unterstützung in Shopify Messaging. Dort können Händler WhatsApp-Marketingkampagnen erstellen und versenden.
Die eigentliche Shopify-Messaging-Integration für WhatsApp wurde bereits am 29. Juli veröffentlicht und ist deshalb keine neue August-News. Sie bildet jedoch die Grundlage dafür, dass die über Forms gewonnenen Einwilligungen für WhatsApp-Marketing genutzt werden können.
Latori Experten-Tipp:
Wer WhatsApp als Marketingkanal aufbauen möchte, sollte die Einwilligung direkt in den Leadprozess integrieren. Wichtig ist dabei, die Anforderungen an eine wirksame Einwilligung und den Datenschutz zu berücksichtigen.
Lesetipp: Mehr über die Vorteile von Conversational Commerce, Strategien und Best Practices erfahren Sie in unserem Beitrag zu WhatsApp Marketing.
Fazit
Die Shopify-Updates im August 2026 zeigen, dass Shopify seine Plattform sowohl technisch als auch funktional weiter ausbaut. Neben neuen Versand- und Payment-Funktionen stehen vor allem moderne Integrationsmöglichkeiten, Headless Commerce und Marketing im Mittelpunkt.
Für Händler besonders relevant sind die neue DHL-Express-Integration, der Shopify-Payments-Activity-Report und die Möglichkeit, WhatsApp-Opt-ins über Shopify Forms zu erfassen. Für Entwickler und Unternehmen mit komplexeren Systemlandschaften sind dagegen die Änderungen bei Script Tags, Inventory und den Fulfillment-APIs besonders wichtig.
Wer Shopify individuell erweitert oder über ERP-, WMS- und andere Drittsysteme integriert, sollte die neuen technischen Änderungen frühzeitig prüfen. So lassen sich notwendige Anpassungen planen, bevor bestehende Integrationen nicht mehr unterstützt werden.
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