Shopify in Deutschland rechtskonform nutzen
Dienstag, 6. Oktober 2026

Shopify in Deutschland rechtssicher nutzen

Ein Shopify-Shop ist schnell eingerichtet, aber der Betrieb in Deutschland – einem der am stärksten regulierten E-Commerce-Märkte – kann schwierig sein.

Shopify in Deutschland rechtssicher zu nutzen, wird von der Plattform selbst von vornherein ermöglicht. Dennoch müssen Sie als Händler die aktuellen Rechtsgrundlagen kennen, um danach zu handeln.

Sie müssen die Vorschriften zur Preisgestaltung, zum Datenschutz (DSGVO) sowie die neuen Verbraucherschutzgesetze (Widerrufsbutton nach § 356a BGB und das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) einhalten. Bei Nichteinhaltung drohen Ihnen hohe Bußgelder und kostspielige rechtliche Konsequenzen wie Abmahnungen.

In diesem Beitrag zeigt Latori, ein Shopify Platinum Partner, wie Händler ihren Shopify-Shop in Deutschland rechtssicher machen. Der Leitfaden (Stand: 9. Oktober 2026) erklärt, welche Pflichten nach deutschem und EU-Recht gelten und wie sie sich in Shopify umsetzen lassen: Impressum (§ 5 DDG), Rechtstexte, Datenschutz (DSGVO, TDDDG), Cookie-Einwilligung, Preisangaben (PAngV), Produktkennzeichnung (GPSR), Barrierefreiheit (BFSG) und der seit dem 19. Juni 2026 verpflichtende Widerrufsbutton (§ 356a BGB). Neu seit dem 27. September 2026 sind die verschärften Regeln gegen Greenwashing im UWG und zusätzliche Informationspflichten. Der Beitrag enthält eine Checkliste, konkrete Shopify-Einstellungen und eine FAQ.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Shopify ist in Deutschland nutzbar, die rechtliche Verantwortung für Texte und Einstellungen liegt beim Händler.

  • Seit dem 19. Juni 2026 müssen B2C-Shops eine zweistufige, elektronische Widerrufsfunktion bereitstellen. Shopify liefert mit Self-Serve-Retouren und -Stornierungen nur eine Grundlage, die Sie prüfen sollten.

  • Seit dem 27. September 2026 gelten strengere Regeln für Umweltaussagen wie „klimaneutral“.

  • Seit dem 20. Juli 2025 entfällt der Hinweis auf die EU-OS-Plattform. Alte Links sollten entfernt werden.

  • Seit dem 28. Juni 2025 gilt das BFSG, mit einer Ausnahme für Kleinstunternehmen.

  • Rabatte erfordern die Angabe des niedrigsten Preises der letzten 30 Tage.

Kurz erklärt: Ist Shopify in Deutschland rechtssicher?

Ja, Händler können Shopify in Deutschland rechtskonform nutzen. Shopify stellt die Technik bereit. Impressum, Rechtstexte, Datenschutz und Preisangaben müssen Sie als Händler aber selbst korrekt einrichten.

Sie sind sich unsicher, ob Sie Shopify rechtssicher nutzen oder benötigen weitere Hilfe mit Ihrem Shopify Shop? Dann kontaktieren Sie uns und wir helfen Ihnen gerne weiter.

Geschützte Begriffe und Markennamen

Die Nennung geschützter Begriffe und Markennamen sollte grundsätzlich vermieden werden. Ebenso sollte die Verwendung von Namen anderer Unternehmen unterlassen werden, da dies aufgrund einer bestehenden Verwechslungsgefahr wettbewerbsrechtliche Ahndungen nach sich ziehen könnte.

Newsletter

Newsletter

In jedem Fall müssen Sie das „Double-Opt-In-Verfahren“ verwenden, um eine Kundenregistrierung für Ihren Newsletter zu realisieren. Dabei bestätigt der Kunde sein Einverständnis zum Empfang des Newsletters mit einem Häkchen und zusätzlich mit anschließendem Klick auf einen Bestätigungs-Link in einer E-Mail. Ein bereits gesetztes Häkchen, das der Kunde entfernen muss, um den Newsletter nicht zu erhalten, ist unzulässig. Lediglich eine E-Mail zur Information des Kunden nach Setzen des Häkchens bringt erhebliche Missbrauchsgefahren mit sich.

Wann dürfen Sie Newsletter versenden?

Händler dürfen Newsletter grundsätzlich nur dann versenden, wenn eine ausdrückliche Einwilligung des Empfängers (meist via bereits beschriebenen Double-Opt-in) vorliegt. Eine wichtige Ausnahme bildet das sogenannte Bestandskundenprivileg nach § 7 Abs. 3 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb). Dieses erlaubt den Versand ohne explizite Einwilligung, wenn die E-Mail-Adresse im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung erhoben wurde, die Werbung sich auf ähnliche Waren oder Dienstleistungen bezieht und der Empfänger der Verwendung nicht widersprochen hat (mit Hinweis auf das Widerspruchsrecht bei jeder Nachricht).

Das EuGH-Urteil (C-654/23) vom November 2025 erweitert den Spielraum: Es stellt klar, dass die Erhebung der E-Mail-Adresse nicht zwingend durch einen tatsächlichen Kauf erfolgen muss, sondern auch die kostenlose Registrierung für ein Kundenkonto als ausreichender "Kaufkontext" gelten kann, sofern die weiteren Vorgaben des UWG eingehalten werden. Dies erleichtert den Newsletter-Versand für Shopify-Shopbetreiber, die Kundendaten selbst erheben, aber es gilt weiterhin:

  • Die beworbenen Produkte müssen ähnlich sein.

  • Das Widerspruchsrecht muss klar kommuniziert werden.

Lesetipp: Newsletter-Tools im Vergleich: So entscheiden Sie sich für das richtige Tool.

Shopify Impressum

Die rechtssichere Gestaltung Ihres Shopify-Shops beginnt mit einem korrekten Impressum. Als Bezeichnung eines eigenständigen, dauerhaft funktionstüchtigen Links sollten Sie „Impressum“ wählen. Der Link muss mit den Standardeinstellungen gängiger Internet-Browser kompatibel sein und von jeder Unterseite aus mit maximal zwei Klicks erreichbar sein. Die notwendigen Pflichtangaben ergeben sich dabei aktuell hauptsächlich aus § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG).

KategorieNatürliche PersonenKapital- und Personengesellschaften
IdentitätFamilienname, mindestens ein VornameFirmenname, Firmensitz mit vollständiger Anschrift
AnschriftVollständige AnschriftVertretungsberechtigter (z.B. Geschäftsführer)
KontaktKontaktinformationen (z.B. Telefonnummer oder E-Mail-Adresse)Kontaktinformationen (z.B. Telefonnummer oder E-Mail-Adresse)

Für spezielle Fallgruppen sind eventuell gesonderte Angaben notwendig.

Um das Impressum in Ihren Shop zu integrieren, gehen Sie einfach in Ihrem Adminbereich zu Einstellungen -> Richtlinien.

Shopify-Richtlinien

Auch interessant: Wie Sie Ihr Shopify Impressum erstellen.

Wichtige Aktualisierung: Wegfall der OS-Plattform

Ein oft diskutierter Punkt war die Informationspflicht zur EU-Online-Streitbeilegungsplattform (OS-Plattform). Dieses Thema ist nicht mehr aktuell:

  • Die OS-Plattform der Europäischen Kommission wurde eingestellt.

  • Seit dem 20. Juli 2025 ist die Pflicht, auf diese Plattform hinzuweisen, vollständig entfallen.

  • Achtung: Alle Verweise und Links zur OS-Plattform müssen umgehend aus dem Impressum, den AGB und E-Mail-Signaturen entfernt werden, da ein Link auf eine nicht mehr existierende Plattform als Irreführung abgemahnt werden kann.

Auch wenn die OS-Plattform wegfällt, müssen Sie Verbraucher weiterhin nach § 36 VSBG darüber informieren, ob Sie an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilnehmen. Dieser Hinweis gehört gesondert in Ihr Impressum.

Domain

`Schwarz-weißes Bild mit der Aufschrift .com`

Verwenden Sie keine Namen natürlicher Personen, wie zum Beispiel „www.helge-schneider.de“. Ebenfalls vermieden werden sollten Gemeinde- oder Städtenamen, zum Beispiel „www.dortmund.de“ und Begriffe, die staatliche Einrichtungen beschreiben, wie beispielsweise „www.gesundheitsamt.de“. Genauso problematisch sind Film-, Buch- oder Software-Titel und Ähnliches, zum Beispiel „www.sturmderliebe.de“. Abmahnungen vermeiden Sie außerdem, wenn Sie auf sogenannte „Tippfehler-Domains“ verzichten, beispielsweise „www.googel.de“ statt „www.google.de“.

Datenschutzerklärung

Jede Verarbeitung von Daten ist nur erlaubt, wenn es eine spezifische Erlaubnis (Rechtsgrundlage) dafür gibt. Ohne diese Erlaubnis ist die Verwendung personenbezogener Daten verboten. Die Daten dürfen außerdem nur für den festgelegten Zweck genutzt werden (Zweckbindung, Art. 5 DSGVO).

Ihre Datenschutzerklärung muss klar darlegen, auf welche der sechs Rechtsgrundlagen der DSGVO (Art. 6) Sie sich stützen:

  • Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a): Der Kunde stimmt der Verarbeitung ausdrücklich zu, etwa beim Newsletter oder bei Marketing-Cookies. Die Einwilligung muss freiwillig und informiert erfolgen und jederzeit widerrufbar sein.

  • Vertragserfüllung (lit. b): Daten, die Sie für Bestellung, Versand und Zahlung benötigen, dürfen Sie zu diesem Zweck verarbeiten.

  • Rechtliche Verpflichtung (lit. c): Ein Gesetz verlangt die Verarbeitung, zum Beispiel bei steuerlichen Aufbewahrungspflichten für Rechnungen.

  • Lebenswichtige Interessen (lit. d): Sie betreffen den Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit und spielen im Online-Shop praktisch keine Rolle.

  • Öffentliche Aufgabe (lit. e): Sie gilt für Behörden und Stellen mit öffentlichem Auftrag und ist für private Händler nicht relevant.

  • Berechtigtes Interesse (lit. f): Möglich, wenn Ihr Interesse die Rechte der Kunden überwiegt, etwa bei Betrugsprävention oder IT-Sicherheit. Dokumentieren Sie diese Abwägung.

Die passende Rechtsgrundlage legen Sie für jeden Verarbeitungszweck einzeln fest und nennen sie in der Datenschutzerklärung. In einem Online-Shop sind in der Praxis vor allem Vertragserfüllung, rechtliche Verpflichtung, Einwilligung und berechtigtes Interesse relevant.

Weitere Pflichten und Neuerungen für Ihre Datenschutzerklärung

Wichtige Neuerungen und Pflichten:

  • Cookies & Tracking: Hinweise genügen nicht mehr. § 25 TDDDG verlangt die aktive, informierte Opt-in-Einwilligung des Nutzers für alle nicht-essentiellen Cookies. Hierfür ist die Integration eines Consent Management Platforms (CMP) zwingend erforderlich.

  • Löschpflichten: Daten, die zur Vertragserfüllung nicht mehr notwendig sind, müssen unverzüglich gelöscht werden (Ausnahme: gesetzliche Aufbewahrungsfristen).

  • Drittlandtransfers (USA): Bei Nutzung von US-Diensten (z. B. Shopify oder Google) muss die Rechtsgrundlage für den Datentransfer explizit genannt werden. Aktuell ist dies das Trans-Atlantic Data Privacy Framework (TADPF). Das EU-Gericht hat das Framework im September 2025 bestätigt, gegen das Urteil ist Rechtsmittel eingelegt. Prüfen Sie den aktuellen Stand mit Ihrem Rechtstexte-Anbieter.

  • Umfassende Aufklärung: Die Erklärung muss weiterhin alle Details zu Bonitätsprüfungen, Newsletter-Versand, Social-Media-Plugins und Lizenzrechten enthalten.

  • Widerrufsfunktion: Die Widerrufsfunktion verarbeitet zusätzliche Daten (Name, Vertragsdaten, Kontaktkanal). Passen Sie Ihre Datenschutzerklärung entsprechend an.

Datenschutzerklärung in Shopify integrieren

Die Datenschutzerklärung wird im Adminbereich unter Einstellungen → Richtlinien hinterlegt. Achtung: Nutzen Sie keine Shopify-Standardvorlage. Verwenden Sie stattdessen Texte von professionellen Anbietern (z. B. Händlerbund oder avalex), um die Anforderungen der DSGVO und des TDDDG sicher zu erfüllen.

Shopify Datenschutzerklaerung

Lesetipp: Shopify DSGVO: Was Sie wissen sollten. 

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Obwohl nicht gesetzlich vorgeschrieben, sind AGB zur Haftungsbegrenzung und zur Klärung komplexer Vertragsdetails unerlässlich. Um rechtlich wirksam zu sein, müssen zwei Anforderungen erfüllt werden:

  • Sie müssen vor dem Kauf zumutbar zur Kenntnis genommen werden können, etwa über einen gut sichtbaren Link im Checkout. Eine Checkbox zur Bestätigung ist gängige Praxis, aber nicht zwingend vorgeschrieben.

  • Sie müssen dem Kunden nach Vertragsschluss in Textform (z. B. als E-Mail-Anhang) übermittelt werden.

Vorsicht: Die größte Abmahngefahr entsteht durch unzulässige Klauseln, die gegen Verbraucherschutzrecht verstoßen. Daher raten wir dringend dazu, ausschließlich professionell erstellte Texte zu nutzen und keine Inhalte von Mitbewerbern zu kopieren.

Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular sowie Versand- und Zahlungsinformationen. AGB sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber zur Haftungsbegrenzung dringend zu empfehlen.

AGBAuch die AGB können Sie ganz einfach in Ihren Einstellungen -> Richtlinien einpflegen.

NavigationAnschließend können Sie die AGB, Datenschutzerklärung oder das Impressum Ihrem Menü hinzufügen. Gehen Sie dafür auf Vertriebskanal -> Onlineshop -> Navigation. Hier können Sie entscheiden, an welcher Stelle im Shop die Informationen angezeigt werden, z.B. im Footer Menü.

Shopify Cookie Consent

Die bloße Information über Cookies reicht nicht mehr aus: Das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG, § 25) verlangt die aktive, informierte Opt-in-Einwilligung des Nutzers, bevor Sie nicht-essentielle Cookies oder Tracking-Tools laden dürfen.

Kurz erklärt: Brauche ich ein Cookie-Banner?

Ja. Nicht notwendige Cookies und Tracking-Tools dürfen nach § 25 TDDDG erst nach aktiver Einwilligung geladen werden.

  • Opt-in-Pflicht: Die Kunden müssen aktiv zustimmen. Die Ablehnung von Cookies darf nicht erschwert werden.

  • Technisches Erfordernis: Die Einholung und Dokumentation dieser Einwilligung sowie das Blockieren der Skripte vor der Zustimmung (Pre-Blocking) erfordert die Integration einer Consent Management Platform (CMP). Ein einfaches Banner genügt hierfür in der Regel nicht.

  • Shopify-Lösung: Shopify bietet ein integriertes Cookie-Banner und die Customer Privacy API, die Einwilligungen an Apps und Pixel weitergibt. Die Einstellungen finden Sie unter Einstellungen → Kundendatenschutz. Für Cookie-Scan, zuverlässiges Script-Blocking und langfristige Einwilligungsnachweise ist eine spezialisierte CMP-App aus dem Shopify App Store oft sinnvoll. Laut Cookiebot speichert Shopify sein Einwilligungsprotokoll nur 30 Tage. Prüfen Sie diesen Punkt für Ihren Shop, weil Sie Einwilligungen nachweisen müssen.

  • Praxis-Check: Testen Sie im Browser, ob Tracking-Skripte (z. B. Meta-Pixel, Google Ads) vor der Einwilligung tatsächlich nicht feuern.

Lesetipp: Sie möchten mehr über Shopify Cookie Banner erfahren? Alle wichtigen Informationen haben wir Ihnen in diesem Blog zusammengefasst.

Zahlungsmöglichkeiten

Shopify Zahlungsmöglichkeiten

Die möglichen Zahlungsvarianten müssen vor Abwicklung der Vertragserklärung einsehbar sein, am besten eignen sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) dafür. Sie müssen Ihren Kunden mindestens eine für ihn kostenlose Zahlungsmethode anbieten. Shopify bietet Ihnen eine direkte Anbindung an deutsche Zahlungsabwicklungsdienste, SSL-Zertifikate inklusive. Darüber hinaus sind Angaben zum Zeitpunkt der Abbuchung verpflichtend.

Lesetipp: Shopify Payments: Diese Zahlungsmethoden können Händler anbieten.

Widerrufsrecht und Widerrufsbutton

Das Widerrufsrecht ist nicht mehr an die Schriftform gebunden. Stellen Sie daher sicher, dass im Impressum und in den Kontaktdaten Ihres Shops neben der E-Mail-Adresse ein weiterer schneller Kommunikationsweg (z. B. Telefonnummer oder Kontaktformular) angegeben ist (§ 5 DDG).

Kunden müssen das Widerrufsrecht unmittelbar vor Abschluss des Bestellvorgangs einsehen können. Das können Sie in Shopify umsetzen, indem Sie in den Einstellungen -> Richtlinien den vollständigen Widerrufstext und die Muster-Widerrufserklärung hinterlegen. Shopify verlinkt diese Texte automatisch auf der Warenkorb- und Checkout-Seite.

Die Muster-Widerrufserklärung muss als gesetzlich vorgeschriebenes Formular bereitgestellt und direkt in den Richtlinien-Text integriert werden.

Widerrufsbutton nach § 356a BGB: seit dem 19. Juni 2026 Pflicht

Seit dem 19. Juni 2026 müssen Händler, die Verbrauchern Verträge über eine Online-Benutzeroberfläche anbieten, eine elektronische Widerrufsfunktion bereitstellen. Die Pflicht gilt für alle B2C-Shops mit gesetzlichem Widerrufsrecht. Reine B2B-Shops und Verträge ohne Widerrufsrecht nach § 312g BGB (z. B. individuell angefertigte Waren) sind ausgenommen. Die Pflicht beruht auf der EU-Richtlinie 2023/2673.

Kurz erklärt: Was ist 2026 neu?

Zwei Stichtage prägen das Jahr: Der Widerrufsbutton nach § 356a BGB ist für Online-Shops mit Verbraucherverträgen verbindlich geworden, und mit dem 27. September 2026 kamen verschärfte UWG-Regeln gegen Greenwashing sowie zusätzliche Informationspflichten hinzu.

Die Funktion muss zweistufig sein:

  1. Stufe 1: Eine gut lesbare Schaltfläche, z. B. „Vertrag widerrufen“, führt zu einer Seite, auf der Verbraucher ihre Angaben machen.

  2. Stufe 2: Eine Bestätigungsschaltfläche, z. B. „Widerruf bestätigen“, sendet die Erklärung ab.

Das verlangt der Gesetzgeber im Detail:

  • Die Funktion ist während der gesamten Widerrufsfrist leicht auffindbar und durchgehend verfügbar, ohne Login.

  • Abgefragt werden dürfen nur Name, Angaben zur Identifizierung des Vertrags und der Kanal für die Eingangsbestätigung. Nach dem Widerrufsgrund dürfen Sie nicht fragen.

  • Sie bestätigen den Eingang unverzüglich auf einem dauerhaften Datenträger (z. B. per E-Mail) mit Inhalt, Datum und Uhrzeit. Die Bestätigung belegt nur den Eingang, nicht die Wirksamkeit des Widerrufs.

  • Die Funktion muss barrierefrei bedienbar sein.

  • Ihre Widerrufsbelehrung muss auf die Online-Widerrufsfunktion hinweisen. Fehlt dieser Hinweis, kann sich die Widerrufsfrist laut IHK Braunschweig und Shopify auf zwölf Monate und 14 Tage verlängern.

`Geöffnetes Zahlenschloss auf einer Computertastatur`

Umsetzung in Shopify: Shopify verweist im Help Center auf Self-Serve-Retouren und -Stornierungen, mit denen sich die Widerrufsfunktion teilweise abbilden lässt. Bei Managed Markets werden konforme Storno- und Rückgaberegeln automatisch angewendet. Ob der Ablauf die deutschen Vorgaben erfüllt, insbesondere die Nutzung ohne Login, sollten Sie mit Ihrem Rechtstexte-Anbieter klären. In der Shopify-Community wird bemängelt, dass der native Ablauf einen Login im Kundenkonto voraussetzt. Sie haben drei Möglichkeiten:

  • Rechtstexte-Anbieter: Händlerbund und eRecht24 bieten Lösungen für Shopify an.

  • App aus dem Shopify App Store: Es gibt mehrere Widerrufsbutton-Apps. Prüfen Sie, ob die Funktion in jedem Tarif dauerhaft sichtbar bleibt. Die IT-Recht Kanzlei weist darauf hin, dass eine nicht mehr angezeigte Funktion als Verstoß gilt.

  • Eigene Umsetzung im Theme-Code, mit höherem Prüfaufwand.

Wer sich allein auf eine App verlässt, trägt das rechtliche Risiko selbst. Binden Sie auch Marktplätze ein, über die Sie verkaufen.

Lesetipp: Mehr zu geprüften Rechtstexten für Shopify, auch für die Widerrufsbelehrung, lesen Sie in unserem Beitrag zu Shopify und Händlerbund.

Latori Experten-Tipp: Testen Sie den Widerrufsbutton wie ein Kunde: ohne Login, auf dem Smartphone, mit Screenreader und nach dem Abschicken mit Blick auf die E-Mail. Prüfen Sie dabei auch, ob die Funktion in Ihrem aktuellen App-Tarif dauerhaft sichtbar bleibt.

Shopify WiderrufsrechtNach dem Kauf muss das Widerrufsrecht dem Kunden noch einmal in Textform übermittelt werden. Diese Pflicht erfüllen Sie, indem sie das Widerrufsrecht (oder einen deutlichen Link darauf) in die Kaufbestätigungs-E-Mail, die Shopify automatisch versendet, integrieren.

Wichtige ergänzende Pflichten:

  • Die gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsschaltfläche erleichtert Verbrauchern die Ausübung ihres Widerrufsrechts direkt über den Onlineshop. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, setzen Händler die Schaltfläche in der Regel über spezialisierte Shopify-Apps für Rechtstexte oder durch gezielte Anpassungen im Theme-Code um.

  • Bei einem Widerruf müssen dem Kunden unverzüglich alle Zahlungen, einschließlich der Standard-Lieferkosten (keine Kosten für Expressversand), erstattet werden. Die Abwicklung erfolgt über den Shopify-Adminbereich unter Bestellungen -> Rückerstattung.

  • Die Nutzung eines vertraglichen Rückgaberechts anstelle des gesetzlichen Widerrufsrechts ist nicht zulässig.

Informationspflichten unmittelbar vor Vertragsabschluss

Um Ihren Pflichten als Händler rechtssicher nachzukommen, müssen Sie die wesentlichen Eigenschaften der Ware oder Dienstleistung klar benennen. Gemäß der Preisangabenverordnung (PAngV) zeigen Sie außerdem den Gesamtpreis und dessen Zusammensetzung auf. Beachten Sie, dass die Grundpreisangabe (Preis pro Maßeinheit, z. B. 100 ml oder 1 kg) für alle Produkte, die Sie nach Gewicht, Volumen oder Fläche verkaufen, zwingend erforderlich ist.

  • Preisdetails: Der Gesamtpreis muss den Produktpreis, Versandkosten und gegebenenfalls Kosten für das Fernkommunikationsmittel enthalten.

  • Lieferzeit: Bedingungen der Lieferung, der Bezahlung und der Leistung müssen transparent gemacht werden. Es gilt weiterhin, dass Gerichte unpräzise Angaben für Liefertermine (z. B. »die Lieferzeit beträgt in der Regel ... Werktage«) für unzulässig erklärt haben – genaue Liefertermine sind verpflichtend, um Abmahnungen zu vermeiden.

  • Digitale Güter (Neuerung): Bei digitalen Inhalten oder Dienstleistungen müssen Sie zusätzlich Informationen zur Funktionalität, Kompatibilität und zum Umfang notwendiger Updates bereitstellen.

  • Rechte und Beschwerden: Sie müssen Ihr Verfahren zum Umgang mit möglichen Beschwerden darstellen und verpflichtend auf das Bestehen eines gesetzlichen Mängelhaftungsrechts hinweisen.

  • Korrekturmöglichkeit: Zudem muss es eine leicht zugängliche Korrekturmöglichkeit für den Kunden geben, um fehlerhafte Eingaben korrigieren zu können (§ 312i BGB).

  • Bestell-Button (§ 312j BGB): Die Schaltfläche zum Abschluss der Bestellung muss eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen, z. B. „Zahlungspflichtig bestellen“. Prüfen Sie die Beschriftung im deutschsprachigen Checkout.

  • Garantien, Reparatur und Lieferoptionen (ab 27. September 2026): Laut IHK Braunschweig gelten zusätzliche Informationspflichten, unter anderem zu Gewährleistung und Garantien, zu umweltfreundlichen Lieferoptionen (soweit verfügbar) sowie zu Reparierbarkeit, Ersatzteilen und Reparaturanleitungen. Klären Sie mit Ihrem Rechtstexte-Anbieter, welche Angaben für Ihr Sortiment relevant sind.

Qualitätssiegel

Im Onlinehandel gilt: Sie dürfen keine Qualitätssiegel angeben, die Sie nicht besitzen. Sie müssen den Besitz eines Siegels immer belegen können.

  • Niedrige Standards: Nehmen Sie Abstand von Qualitätssiegeln, die gegen sehr geringe Anforderungen oder die bloße Zahlung einer bestimmten Summe verliehen werden. Die Führung solcher Siegel beurteilen Gerichte als irreführend.

  • Eindeutige Geltung: Sollten Sie ein Qualitätssiegel nur für einen bestimmten Bereich oder bestimmte Produkte besitzen, ist explizit und unmissverständlich darauf hinzuweisen (z. B. "Gilt nur für Elektronik-Artikel").

  • Transparenzpflicht (Neuer Fokus): Das Siegel muss mindestens bis zur Echtheitsprüfung auf die Website des Anbieters verlinkt sein, wo die Vergabekriterien und die aktuelle Gültigkeit (Ablaufdatum) ersichtlich sind. Ein abgelaufenes Siegel ist irreführend.

  • Nachweisbarkeit: Sie müssen jederzeit nachweisen können, dass Sie das Siegel rechtmäßig führen dürfen, auch in Bezug auf die Transparenz der Bewertungen, die möglicherweise in das Siegel einfließen.

Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegel (Greenwashing)

Seit dem 27. September 2026 gilt das geänderte Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), mit dem die EU-Richtlinie 2024/825 ("Empowering Consumers for the Green Transition", kurz EmpCo) umgesetzt wird. Eine Abverkaufsfrist gibt es laut IHK Pfalz nicht. Für Shopify-Shops mit Nachhaltigkeitsversprechen bedeutet das:

Kurz erklärt: Was droht bei Verstößen?

Abmahnungen von Wettbewerbern und Verbänden, Bußgelder und verlängerte Widerrufsfristen. Bei UWG-Verstößen sind laut IHK Darmstadt für Unternehmen mit mehr als 1,25 Mio. Euro Jahresumsatz Bußgelder bis zu 4 Prozent des EU-Umsatzes möglich.

  • Pauschale Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „nachhaltig“ oder „grün“ sind nur noch zulässig, wenn Sie eine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachweisen können, z. B. den Blauen Engel oder die EU-Umweltblume.

  • „Klimaneutral“ durch CO₂-Kompensation darf nicht mehr als Produktaussage genutzt werden.

  • Aussagen zur Zukunft („klimaneutral bis 2030“) sind nur mit einem konkreten, überprüfbaren Plan zulässig.

  • Nachhaltigkeitssiegel müssen auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder staatlich festgelegt sein. Selbst vergebene Siegel sind problematisch.

Das sollten Sie jetzt tun: Prüfen Sie Produkttexte, Badges, Filter (z. B. „nachhaltig“), Siegel und Markenzusätze in Ihrem Theme und Ihren Marketing-Tools.

Kennzeichnungspflicht

Die Kennzeichnungspflicht wurde aufgrund neuer EU-Verordnungen, die sowohl allgemeine Sicherheitsstandards als auch Umweltgesetze betreffen, deutlich erweitert.

1. Allgemeine Sicherheit (GPSR): Die General Product Safety Regulation (GPSR) verlangt von Ihnen, die vollständigen Kontaktdaten (Name, Adresse, E-Mail/Telefon) des Herstellers oder EU-Importeurs direkt auf allen physischen Produkten und in deren Online-Produktbeschreibungen anzugeben.

Umsetzung in Shopify:

  1. Nutzen Sie das Feld Beschreibung im Produkt-Editor, um die vollständigen Kontaktdaten des Herstellers/Importeurs im Fließtext klar zu kennzeichnen.

  2. Alternativ: Fügen Sie diese Informationen in einem eigenen Metafeld hinzu, das Sie dann an einer prominenten Stelle im Theme (z. B. unterhalb des Preises) ausspielen lassen.

  3. Für die physische Kennzeichnung: Stellen Sie sicher, dass diese Kontaktdaten auch auf den Produktetiketten oder Verpackungen sichtbar sind.

2. Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR): Die Einhaltung der Vorschriften erfordert nicht nur die Kennzeichnung, sondern die obligatorische Registrierung. Bevor Sie die folgenden Artikel in Verkehr bringen, müssen Sie sich bei den zuständigen deutschen Zentralstellen registrieren:

  • Verpackungen (VerpackG / LUCID-Register)

  • Elektrogeräte (ElektroG) und Batterien (BattG) (EAR-Register)

  • Einwegkunststoffe (EWKFondsG): Für bestimmte Kunststoffprodukte (z. B. To-go-Becher) gilt eine neue Abgaben- und Registrierungspflicht (seit 2024).

Umsetzung in Shopify: Ihre LUCID-Registrierungsnummer und WEEE-Registrierungsnummer (ElektroG) muss im Impressum oder in den AGB genannt werden.

Zusätzlich gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) schrittweise ab August 2026. Klären Sie mit Ihrem Verpackungs- oder Rechtsberater, welche Folgen das für Ihr Sortiment hat.

3. Spezielle Kennzeichnung: Traditionelle Kennzeichnungspflichten bleiben für Lebensmittel, Arzneimittel, Artikel mit FSK/USK-Einstufung und Waren mit Altersbeschränkung (Altersverifikationssystem für Alkohol/Tabak empfohlen) bestehen.

Barrierefreiheit (BFSG / EAA)

Barrierefreiheit

Die Frist für die vollständige Einhaltung des deutschen Barrierefreiheit-Stärkungsgesetzes (BFSG) ist bereits am 28. Juni 2025 abgelaufen. Die Barrierefreiheit ist somit eine obligatorische, strukturelle Anforderung für alle E-Commerce-Angebote.

  • Neue Pflicht: Die gesamte Webshop-Oberfläche – einschließlich des Checkouts, der Formulare und der Produktpräsentation – muss barrierefrei gestaltet sein (z. B. kompatibel mit Screenreadern und per Tastatur navigierbar).

  • Impact auf Shopify: Händler müssen sicherstellen, dass ihr aktuelles Shopify-Theme und alle verwendeten Drittanbieter-Apps den technischen Standard EN 301 549 erfüllen. Die Nutzung älterer, nicht barrierefreier Themes stellt ab sofort ein hohes Compliance-Risiko dar.

Lesetipp: Wie Sie das Barrierefreiheitsgesetz für Shopify umsetzen, schreiben wir hier.

Regeln für Preisreduzierungen („War/Jetzt“-Preise)

Seit der Umsetzung der EU-Omnibus-Richtlinie gelten extrem strenge Regeln für die Werbung mit Preisnachlässen und Sales-Aktionen. Dies ist aktuell eine Hauptquelle für Abmahnungen.

  • Neue Pflicht: Wenn Sie einen Preisnachlass bewerben (z. B. „50% Rabatt!“), müssen Sie den niedrigsten Preis angeben, zu dem das Produkt in den letzten 30 Tagen vor der Reduzierung angeboten wurde.

  • Verwaltung: Diese Regel gilt für echte Preisreduktionen. Das System muss Ausnahmen (z. B. personalisierte oder Loyalitätsrabatte) korrekt kennzeichnen und sicherstellen, dass die Preisverlaufsdaten zuverlässig im Shopify-Backend gespeichert werden.

  • EuGH-Rechtsprechung: Der EuGH hat im September 2024 (C-330/23) klargestellt, dass der 30-Tage-Tiefstpreis auch bei prozentual beworbenen Rabatten der Bezugspunkt ist.

  • Vergleichspreis-Feld: Das Shopify-Feld „Vergleichspreis“ ist frei befüllbar. Tragen Sie dort nur den tatsächlichen 30-Tage-Tiefstpreis ein.

Tipp: Latori hat genau dafür eine App entwickelt! Hier geht es zum Latori Best Price Indicator.

Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) für den Versand ins Ausland

Die bestehenden Regeln zur EPR-Registrierung (Verpackungen, Elektrogeräte) werden strenger, wenn Sie Waren ins EU-Ausland verkaufen (Remote Selling).

  • Neue Regel: Verkaufen Sie Produkte (z. B. Elektronik, Batterien, Verpackungen) an Kunden in einem anderen EU-Land (wie Österreich oder Frankreich), müssen Sie prüfen, ob Ihr Hersteller/Lieferant in diesem Zielland EPR-registriert ist. Wenn nicht, gelten Sie als Hersteller in diesem Land und müssen sich dort selbst registrieren und alle Meldepflichten erfüllen.

Produkte

Was Sie tun sollten: Shopify-Händler müssen sicherstellen, dass sie die EPR-Pflichten für jedes Land, in das sie versenden, überprüfen und sich bei Bedarf selbst registrieren.

Das Digital Markets Act (DMA) verpflichtet Gatekeeper (Google, Meta) zu strengeren Regeln. Für Shopify-Händler führt das zu sofortigen, technischen Konsequenzen im Marketing-Tracking.

Zentrale Anforderung: GCM v2

Um Conversions und Daten für Google Ads (Retargeting, Optimierung) weiterhin nutzen zu können, müssen Sie den Google Consent Mode v2 (GCM v2) implementieren. Ohne diesen droht der Verlust wichtiger Kampagnen-Daten.

Was Shopify-Händler jetzt tun müssen:

  • CMP überprüfen: Die App, die Ihren Cookie-Banner verwaltet (CMP), muss GCM v2-kompatibel sein (z. B. "Aboalarm", "Cookiebot").

  • Integration prüfen: Stellen Sie sicher, dass das CMP den Consent Mode v2 korrekt mit Ihren Google-Tags (GA4, Ads) verbindet.

  • Shopify-Einstellungen: Prüfen Sie unter Einstellungen > Kundendatenschutz, ob die Einwilligung korrekt aktiviert ist. Shopify unterstützt den Consent Mode v2, sobald die Datenschutzeinstellungen korrekt konfiguriert sind. Eigene Web-Pixel benötigen unter Umständen zusätzlichen Code. Für die vollständige GCM v2-Umsetzung ist meistens eine professionelle CMP-App erforderlich.

  • Meta: Überprüfen Sie auch die Konformität Ihrer Meta-Pixels und Conversions API.

Lesetipp: Weitere Details zu Einwilligung und Tracking finden Sie in unseren Beiträgen zum Shopify Cookie Banner und zur Shopify DSGVO.

Internationaler Handel und grenzüberschreitender Verkauf

Ein farbenfroher Globus mit Kontinenten und Ländern, wobei Afrika und Europa im Vordergrund stehen, vor einem schwach beleuchteten Hintergrund.

Der internationale Verkauf über Shopify eröffnet neue Marktchancen, bringt jedoch auch rechtliche Überlegungen mit sich. Hier sind einige wichtige Aspekte, die bei internationalen Verkäufen über Shopify berücksichtigt werden sollten:

Zoll und Einfuhrregelungen

Jedes Land hat eigene Zollbestimmungen und Einfuhrregelungen. Dies betrifft die Deklaration von Waren, Zolltarifen, Einfuhrbeschränkungen und -verbote. Informieren Sie sich über die spezifischen Anforderungen der Länder, in die Sie exportieren möchten.

Internationaler Versand

Berücksichtigen Sie die Versandkosten und die unterschiedlichen Lieferzeiten für internationale Sendungen. Klären Sie, ob Sie in der Lage sind, weltweit zu versenden, und welche Versanddienstleister in den Zielländern verfügbar sind.

Währungsumrechnung

Shopify ermöglicht es, Preise in verschiedenen Währungen anzugeben. Berücksichtigen Sie hierbei Wechselkursschwankungen und die Möglichkeit, dass Kunden in anderen Währungen bezahlen.

Steuerliche Aspekte

Umsatzsteuerregelungen können sich von Land zu Land stark unterscheiden. Überprüfen Sie, ob und wie Sie die Umsatzsteuer für internationale Verkäufe korrekt abwickeln. Dies kann auch die Frage der Kleinunternehmerregelung und anderer steuerlicher Erwägungen umfassen.

Die von Latori entwickelte Shopify App Tax Exempt Manager hilft Ihnen dabei, international rechtskonform zu verkaufen. 

Lokale Gesetze und Vorschriften:

Achten Sie auf die Einhaltung aller lokalen Gesetze und Vorschriften in den Ländern, in die Sie exportieren. Dies kann Produktanforderungen, Kennzeichnungsvorschriften und andere rechtliche Überlegungen umfassen.

Verkauf in Österreich und der Schweiz

  • Österreich: Es gilt EU-Verbraucherrecht mit 14-tägigem Widerrufsrecht. Impressums- und Preisangaben richten sich nach österreichischem Recht. Übernehmen Sie deutsche Texte nicht ungeprüft.

  • Schweiz: Es gelten das Schweizer Datenschutzgesetz, eigene Lauterkeits- und Preisangabevorschriften sowie Zoll- und Mehrwertsteuerpflichten bei der Einfuhr. Ein allgemeines gesetzliches Widerrufsrecht für Online-Käufe kennt die Schweiz nicht.

Rückgaberichtlinien:

Klären Sie, ob und wie Sie internationale Rückgaben abwickeln. Informieren Sie Ihre Kunden transparent über die Rückgaberichtlinien und die damit verbundenen Kosten.

Haftung und Garantien:

Verstehen Sie die haftungsrechtlichen Bestimmungen und Garantieanforderungen in den Ländern, in die Sie exportieren. Dies kann je nach Produktkategorie variieren.

Überwachung von Handelssanktionen:

Achten Sie darauf, dass Ihre Produkte nicht von Handelssanktionen betroffen sind. Überprüfen Sie die aktuellen Listen und Regulierungen, um sicherzustellen, dass Sie mit Ihren internationalen Verkäufen die entsprechenden Gesetze einhalten.

Schnell-Check: Online-Shop auf Rechtssicherheit prüfen

`Grünes Paragrafenzeichen hebt sich von vielen weißen Paragrafenzeichen ab`

Mit diesem Check erkennen Sie die gravierendsten Lücken. Er ersetzt keine Rechtsberatung:

  1. Impressum: Von jeder Seite in zwei Klicks erreichbar, vollständig und ohne Link zur OS-Plattform?

  2. Rechtstexte: Von einem Fachanbieter, aktuell und im Checkout verlinkt?

  3. Widerrufsbutton: Dauerhaft sichtbar, ohne Login, zweistufig, mit Eingangsbestätigung samt Datum und Uhrzeit? Widerrufsbelehrung angepasst?

  4. Checkout: Eindeutiger Bestell-Button, Gesamtpreis, Versandkosten und konkrete Lieferzeit?

  5. Preise: Grundpreise vorhanden, 30-Tage-Tiefstpreis bei Rabatten korrekt?

  6. Cookies: Blockiert Ihr Banner Skripte tatsächlich vor der Einwilligung?

  7. Datenschutz: Sind alle Apps und Pixel in der Datenschutzerklärung aufgeführt?

  8. Produkte: GPSR-Angaben vorhanden, Umweltaussagen belegbar?

  9. Barrierefreiheit: Theme, Checkout und Apps geprüft, oder Ausnahme dokumentiert?

  10. Registrierungen: LUCID, EAR und gegebenenfalls Auslandsregistrierungen vorhanden?

Lesetipp: Passende Rechtstexte für Ihren Shop erhalten Sie zum Beispiel beim Händlerbund oder bei avalex.

Fazit: Shopify rechtssicher machen heißt dranbleiben

Shopify lässt sich in Deutschland rechtssicher betreiben, wenn Technik, Rechtstexte und Prozesse zusammenpassen. Die Plattform liefert die Grundlage, die Verantwortung für Impressum, Rechtstexte, Datenschutz, Preisangaben und Produktkennzeichnung bleibt beim Händler.

2026 stehen vor allem drei Punkte im Fokus:

  • Widerrufsbutton: Seit dem 19. Juni 2026 Pflicht für B2C-Shops. Prüfen Sie, ob Ihre Lösung ohne Login funktioniert, den Eingang bestätigt und in der Widerrufsbelehrung genannt wird.

  • Umweltaussagen und Informationspflichten: Seit dem 27. September 2026 gelten strengere Regeln. Prüfen Sie Produkttexte, Siegel und Garantieangaben.

  • Laufende Pflege: Kontrollieren Sie Rechtstexte, Cookie-Banner, Preisangaben und Barrierefreiheit nach jedem Theme-Wechsel, jeder neuen App und jedem neuen Zielland.

Mit dem Schnell-Check oben erkennen Sie die größten Lücken. Er ersetzt aber keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich an Ihre Kanzlei oder Ihren Rechtstexte-Anbieter.

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Kontaktieren Sie uns ganz unverbindlich und wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Shopify in Deutschland rechtssicher nutzen

Ist Shopify in Deutschland legal?

Ja. Deutsche Online-Händler können mit Shopify rechtskonform verkaufen, sofern einige Vorkehrungen getroffen wurden.

Ist Shopify in Deutschland rechtssicher?

Shopify bringt die technischen Voraussetzungen mit, die Sie benötigen, um sich an rechtliche Vorgaben halten zu können. Einige Vorkehrungen müssen Sie als Händler jedoch - wie bei anderen Shopsystemen auch - selbst treffen.

Welche Rechtstexte muss ich in den Onlineshop integrieren?

Folgende Rechtstexte sollten Sie in Ihrem Shop angeben: Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), Datenschutzerklärung, Impressum, Widerrufsrecht, Zahlungs- und Versandhinweise sowie Hinweise zur Batterieentsorgung.

Ist Shopify für das deutsche Recht geeignet?

Ja, grundsätzlich ist Shopify für den Einsatz im deutschen Markt geeignet. Allerdings gibt es einige rechtliche Aspekte und Anpassungen, die berücksichtigt werden sollten, um sicherzustellen, dass Ihr Shopify-Shop den deutschen Rechtsvorschriften entspricht. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich mit den aktuellen gesetzlichen Anforderungen vertraut machen.

Ist Shopify abmahnsicher?

Ob ein Shopify-Shop "abmahnsicher" ist, hängt weitgehend davon ab, ob er rechtlich einwandfrei betrieben wird und den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Die Verantwortung für die rechtmäßige Gestaltung und den Betrieb des Shops liegt beim Shop-Betreiber. Shopify stellt jedoch Ressourcen und Funktionen bereit, um Händler dabei zu unterstützen, rechtlichen Anforderungen zu entsprechen.

Wie kann ich in Shopify Rechtstexte einbinden?

Um Rechtstexte zu integrieren, gehen Sie einfach im Adminbereich zu Einstellungen -> Richtlinien. Hier können Sie nun Rechtstexte wie AGB, Datenschutzerklärung oder das Impressum einfügen.

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