Im E-Commerce ist die Akquise von Neukunden teurer denn je. Wer profitabel skalieren will, muss den Fokus auf den Customer Lifetime Value (CLV) legen. Ein entscheidender, oft unterschätzter Hebel im Shopify-Ökosystem ist dabei das Kundenkonto.
Es ist ein zentraler Touchpoint zwischen Ihrer Marke und Ihren Käufern. In diesem Guide erfahren Sie, wie Sie Shopify Kundenkonten anlegen, warum die Konten den Markt verändert haben und wie Sie die User Experience technisch optimieren.
Inhaltsverzeichnis
Planen Sie den Wechsel auf die neue Customer Account UI? Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, welche Extensions für Ihr Geschäftsmodell sinnvoll sind.
Vorteile: Warum Sie Kundenkonten in Ihrem Shopify Store anlegen sollten
Viele Händler scheuen die Hürde eines Logins, um die Conversion Rate im Checkout nicht zu gefährden. Doch die Vorteile überwiegen bei Weitem, sofern die Integration nahtlos erfolgt:
Schnellerer Checkout: Wenn Adress- und Zahldaten bereits im Konto gespeichert sind, bestellen Ihre Kunden deutlich schneller und häufiger. Das sorgt für eine höhere Kaufbereitschaft.
Besserer Self-Service: Mit einem Kundenkonto können Ihre Kunden den Versandstatus selbst verfolgen, Rechnungen herunterladen oder Retouren (z. B. über 8returns) direkt starten. Das spart Ihnen wertvolle Zeit im Kundensupport.
Gezieltes Marketing: Da alle Käufe in einem Profil gesammelt werden, können Sie Ihre E-Mail-Kampagnen genau auf die Interessen Ihrer Kunden zuschneiden.
Exklusive Inhalte: Kundenkonten sind die Basis, um spezielle Preislisten oder Kollektionen nur für bestimmte Gruppen wie B2B-Kunden oder VIPs sichtbar zu machen.
Lesetipp: Ein weiteres spannendes Tool für Ihr Kundenmanagement ist die neue Klaviyo KI. Wir erklären, wie Sie sie erfolgreich im CRM einsetzen.
Wichtige Funktionen für die Shopify Kundenverwaltung

Die Kundenverwaltung im Shopify-Backend dient als zentrales Steuerungs-Tool für Ihre Kundenbeziehungen. Zu den wichtigsten nativen Funktionen gehören:
Segmentierung und Tags: Sie können Kunden mit Tags versehen (z. B. „VIP“, „B2B“ oder „Stammkunde“), um automatisierte Rabatte zu gewähren oder spezifische Marketing-Listen zu erstellen.
Bestellhistorie & Analysen: Auf einen Blick sehen Sie den Customer Lifetime Value (CLV), die Anzahl der Bestellungen und die durchschnittliche Warenkorbgröße jedes einzelnen Kunden.
Manuelle Bearbeitung: Sie können Profile ergänzen, Adressen korrigieren oder interne Notizen für den Support hinterlegen.
Datenschutz-Tools: Shopify unterstützt Sie dabei, DSGVO-Anfragen (wie Auskunft oder Löschung) rechtssicher und unkompliziert direkt im Backend zu bearbeiten.
Best Practices: Kundenkonten bei einem Wechsel zu Shopify
Eine Migration von Systemen wie Magento, Shopware oder WooCommerce zu Shopify ist ein kritischer Moment für Ihre Bestandsdaten. Da Passwörter aus Sicherheitsgründen verschlüsselt sind, können diese nicht eins zu eins übernommen werden. So meistern Sie den Übergang am besten:
Daten-Import per CSV oder App: Nutzen Sie Tools wie Matrixify, um Kundenstammdaten und die Bestellhistorie sauber zu übertragen.
Die Aktivierungs-Strategie bei klassischen Konten: Nach dem Import existieren die Konten in Shopify im Status „Disabled“. Sie müssen Ihre Kunden proaktiv per E-Mail einladen, ihr Konto zu aktivieren und ein neues Passwort zu vergeben.
Bei neuen Konten: Hier ist der Prozess deutlich reibungsloser. Da der Login über einen Einmal-Code (OTP) per E-Mail erfolgt, entfällt die Vergabe eines neuen Passworts komplett. Kunden loggen sich einfach mit ihrer bestehenden E-Mail-Adresse ein und sind sofort startklar.
Timing & Kommunikation: Verbinden Sie die Einladung zur Kontoaktivierung idealerweise mit einem kleinen Anreiz (z. B. einem Rabattcode für den ersten Einkauf im neuen Shop). So machen Sie aus der technischen Notwendigkeit ein positives Marketing-Event.
Lesetipp: Erhöhen Sie Ihre Conversion Rate mit Hilfe von KI.
Klassische vs. neue Shopify Kundenkonten: Was ist besser?

Shopify hat sein System für Customer Accounts grundlegend modernisiert. Je nach Geschäftsmodell und technischem Anspruch haben Sie heute die Wahl zwischen zwei Modellen:
1. Klassische Kundenkonten (Classic Customer Accounts)
Dieses Modell nutzt die herkömmliche Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort.
Vorteile: Sie haben die volle gestalterische Freiheit. Da die Seiten auf Liquid-Templates basieren, können wir das Design zu 100 % an Ihr individuelles Store-Theme anpassen.
Herausforderungen: „Passwort vergessen“-Anfragen sind eine der häufigsten Ursachen für Support-Tickets. Zudem ist die Hürde für Kunden höher, da sie sich ein weiteres Passwort merken müssen. Wie bereits erwähnt, ist die Migration von Altsystemen hier aufwändiger, da jeder Kunde sein Konto manuell per E-Mail reaktivieren muss.
2. Neue Shopify Kundenkonten (New Customer Accounts)
Dies ist die zukunftssichere Lösung von Shopify, die auf ein passwortloses System setzt. Kunden geben lediglich ihre E-Mail-Adresse ein und erhalten sofort einen sechsstelligen Verifizierungscode (OTP) per Mail.
Vorteile: Maximale Sicherheit und minimale Reibung. Da kein Passwort-Management nötig ist, bricht der Login-Prozess fast nie ab. Die Shopify Customer Account UI ist von Haus aus extrem schnell und perfekt für mobile Endgeräte optimiert. Ein großer Pluspunkt bei der Migration: Kunden sind sofort „ready-to-go“, ohne einen Reaktivierungsprozess durchlaufen zu müssen.
Herausforderungen: Die optische Anpassung erfolgt nicht mehr über das Theme, sondern über den Checkout-Editor. Lange Zeit waren die Funktionen hier begrenzt – doch genau hier setzen die neuen Shopify Customer Account UI Extensions an.
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Unterschiede der beiden Systeme gegenübergestellt:
| Feature | Klassische Konten | Neue Kundenkonten |
|---|---|---|
| Login-Methode | E-Mail & Passwort | E-Mail, passwortlos (6-stelliger Code per Mail) |
| User Experience | Höhere Hürde (Passwort merken) | Minimaler Aufwand (One-Time-Password) |
| Design-Anpassung | 100 % via Liquid-Templates | Über Checkout-Editor & UI Extensions |
| B2B-Funktionen | Eingeschränkt / Nur über Apps | Voraussetzung für native Shopify B2B Features |
| Migration | Kunden müssen Konto aktiv reaktivieren | Kunden können sich sofort einloggen |
| Sicherheit | Standard (Risiko bei schwachen PW) | Sehr hoch (keine Passwörter notwendig) |
| Mobile Optimierung | Abhängig vom gewählten Theme | Von Haus aus "Mobile First" optimiert |
Wie legt man Kundenkonten bei Shopify an? (Native vs. Custom)

Die Einrichtung der Kundenkonten erfolgt bei Shopify zentral, kann aber je nach Komplexität Ihrer Anforderungen sehr unterschiedlich tiefgreifend gestaltet werden. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen dem nativen Standard und individuellen Erweiterungen:
Der native Weg: Konfiguration im Backend
In Ihren Shopify-Einstellungen (Einstellungen > Kundenkonten) legen Sie fest, wie restriktiv der Zugang zu Ihrem Shop sein soll. Hier haben Sie drei Optionen:
Konten deaktiviert: Kunden können nur als Gast bestellen.
Konten erforderlich: Ein Checkout ist erst nach Login oder Registrierung möglich (ideal für B2B oder exklusive Member-Shops).
Konten optional: Dies ist die Empfehlung für die meisten D2C-Brands. Kunden können schnell als Gast auschecken, erhalten aber nach dem Kauf – etwa auf der Thank-You-Page oder in der Bestätigungsmail – eine Einladung, ein Shopify Kundenkonto zu erstellen. So können sie ihre Bestellung nachträglich tracken, ohne den Kaufprozess vorab zu unterbrechen.

Schritt-für-Schritt: Die Aktivierung der neuen Kundenkonten
Die Umstellung im Backend ist ein Prozess von wenigen Minuten. So gehen Sie vor, um das neue Interface für Ihre Kunden bereitzustellen:
Aktivierung im Admin: Gehen Sie zu Einstellungen > Kundenkonten.
Modus wählen: Klicken Sie auf Bearbeiten und wählen Sie „Neue Kundenkonten“. Sie können hier auch festlegen, ob der Login-Link automatisch in den Checkout und in die E-Mails integriert wird.
Branding definieren: Unter Onlineshop > Themes > Anpassen können Sie das Logo und das Farbschema für die neuen Kontoseiten festlegen.
Domain-Check: Stellen Sie sicher, dass Ihre primäre Domain korrekt verknüpft ist, damit der Login-Prozess professionell aussieht.
Kunden einladen: Nutzen Sie die Funktion „Einladung zur Kontoaktivierung senden“, um Bestandskunden über das neue Interface zu informieren.
Lesetipp: Hier geht es zu unserer kostenlosen Shopify Checkliste für den Aufbau Ihres Onlineshops.
Erweiterung via Shopify Customer Account UI Extensions
Wenn die Standardfunktionen von Shopify nicht ausreichen, um Ihre spezifische Customer Journey abzubilden, kommen Shopify Customer Account UI Extensions zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine moderne Entwickler-Schnittstelle, mit der wir das neue Kunden-Interface gezielt erweitern können.
Die neuen Kontoseiten waren früher für individuelle Anpassungen weitestgehend limitiert. Mittlerweile ermöglichen uns Extensions jedoch, maßgeschneiderte Blöcke direkt in die Kundenprofile zu integrieren.
Typische Anwendungsfälle für UI Extensions:
Loyalty-Integration: Zeigen Sie Treuepunkte (z. B. von LoyaltyLion oder smile.io) direkt im Kontobereich an.
Zusatzinformationen: Fügen Sie Felder für das Geburtsdatum, Präferenzen oder Firmeninformationen hinzu.
Individuelle CTAs: Integrieren Sie Buttons für den schnellen Wiederkauf oder personalisierte Produktempfehlungen direkt im Account-Dashboard.
Der große Vorteil: Diese Erweiterungen gefährden die Stabilität oder die Update-Fähigkeit Ihres Shops nicht. Es entsteht eine saubere Trennung zwischen der Kernlogik von Shopify und Ihrem individuellen Design.
Fazit
Ein Shopify Kundenkonto einzurichten ist weit mehr als eine technische Pflichtaufgabe, es ist eine strategische Entscheidung für langfristiges Wachstum. Während die klassischen Konten Flexibilität bieten, sind die neuen, passwortlosen Konten in Kombination mit UI Extensions der neue Standard für User Experience und Sicherheit.
Möchten Sie Ihr Kundenportal individuell erweitern oder planen Sie eine Migration zu Shopify Plus? Als Experten für komplexe Shopify-Architekturen helfen wir Ihnen gerne dabei, kontaktieren Sie uns noch heute.
FAQ: Häufige Fragen zu Shopify Kundenkonten
Kann ich Kundenkonten bei einem Wechsel auf Shopify automatisch übernehmen?
Ja, Sie können Kundendaten importieren. Aber Achtung: Passwörter können aus Sicherheitsgründen nicht migriert werden. Bei klassischen Konten müssen Kunden ihr Shopify Kundenkonto aktivieren, indem sie ein neues Passwort vergeben. Bei den neuen Konten entfällt dieser Schritt, da der Login einfach per E-Mail-Code erfolgt.
Wie kann ein Kunde sein Shopify Kundenkonto löschen?
Nativ bietet Shopify keine „Löschen“-Schaltfläche für Kunden im Frontend an. Kunden müssen den Support kontaktieren. Als Händler können Sie das Profil dann im Backend unter „Kunden“ löschen oder anonymisieren (DSGVO-konform).
Was ist die Shopify Customer Account UI?
Das ist die standardisierte Benutzeroberfläche für die neuen Konten. Sie ist auf Performance getrimmt. Mit Customer Account UI Extensions können wir als Agentur diese Oberfläche individualisieren, ohne ein komplett eigenes System programmieren zu müssen.
Kann die Erstellung eines Kundenkontos obligatorisch sein?
Ja, in den Einstellungen unter „Kundenkonten“ können Sie „Anmeldung vor dem Checkout anfordern“ wählen. So können Sie als Händler selbst entscheiden, ob Kunden sich für einen Kauf anmelden müssen. Dies ist besonders für B2B-Shops sinnvoll, im B2C jedoch eher unüblich.

