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Shopify Plus Vorteile 6 November 2018

Alle Augen nach Norwegen: So verhalf Latori der Mister-Spex-Tochter Lensit zum Shopify-Shop

Alle Augen nach Norwegen: So verhalf Latori der Mister-Spex-Tochter Lensit zum Shopify-Shop

Das Berliner Unternehmen Mister Spex ist Deutschlands größter Online-Optiker und erste Anlaufstelle für viele Brillen- und Kontaktlinsenträger und -trägerinnen. Latori durfte dem Team in diesem Jahr dabei helfen, den Blick für die norwegische Expansion zu schärfen undrealisierte den Kontaktlinsen-Onlineshop lensit.no mit Shopify Plus. Wie diese Zusammenarbeit ablief, warum es zu einer dreimonatigen Verhandlungsphase mit Shopify kam und weshalb Kontaktlinsenkunden schwieriger zu gewinnen sind, erklärt Ulrich Tietze, Head of Product Enterprise Application bei Mister Spex, uns im Interview.

Mister Spex ist schon seit vielen Jahren sehr bekannt. Lensit ist sozusagen eine Untermarke für den norwegischen Markt. Wieso war diese nötig?

Ulrich Tietze: Lensit war eine andere Firma, die wir vor einigen Jahren gekauft haben. Damals wollten wir auf dem nordischen Markt weiter Fuß fassen. Wir haben schon eine Tochter in Schweden, in Stockholm. Wir wollten auch eine Tochter in Norwegen, da Norwegen ein lukrativer Markt für uns ist. Dadurch kam es zum Kauf von Lensit. Der Shop hatte damals noch eine relativ unmoderne technische Architektur und lief auf einem technischen Softwareanbieter vor Ort, der auch bei der ganzen Konkurrenz integriert war. Deshalb entschieden wir, dass es wichtig ist, den Onlineshop selber warten und steuern zu können. Diese Steuerung - auch marketingtechnisch - wollten wir gern aus Berlin heraus machen. Für Lensit haben wir deswegen dann das ERP-System Mircosoft Dynamics und ein neues Shopsystem eingeführt. Da Lensit lediglich Kontaktlinsen führt, wollten wir ein Shopsystem nutzen, dass so einfach wie möglich ist.

Ulrich Tietze - Lensit

“Die Zielsetzung war ein leaner Shop mit wenig internen IT- Aufwänden auf unserer Seite, was das Frontend angeht. Also internationale Skalierung mit wenig internem Aufwand.”

Unser ehemaliger CTO erkundigte sich daraufhin, welche Systeme dafür in Frage kämen und stieß schnell auf die Lösung von Shopify und Shopify Plus. Nach zwei, drei Workshops und einer Validierung der Lösung mit unseren zwei Frontend-Entwickler-Teamleitern wurde es diese Lösung von Shopify schließlich.

Warum ist es bei dem Namen Lensit geblieben? Was unterscheidet das Lensit-Angebot von Mister Spex?

Ulrich Tietze: Lensit ist eine lokale Marke, die in Norwegen bereits bekannt ist. Wir haben natürlich auch diskutiert, ob ein Rebranding in Norwegen sinnvoll wäre und man alles unter Mister Spex Norwegen laufen lässt, aber das gestaltete sich schwierig. Deswegen entschieden wir uns dazu, die Marke bestehen zu lassen.

Mit Lensit sind Sie aktiv in Preisvergleichsmaschinen. Warum ist das ein wichtiger Teil Ihres Geschäfts?

Ulrich Tietze: Wir arbeiten mit unterschiedlichen Preisvergleichsplattformen. Der Kontaktlinsenkunde ist schon sehr preisorientiert und schaut, wo er Kontaktlinsen am günstigsten einkaufen kann. Kontaktlinsen sind daher auch kein Treueprodukt, wie es zum Beispiel eine Brille ist. Wenn ein Kunde sich eine Brille bei Mister Spex kauft und merkt, dass diese gut ist, wird er bei der nächsten Brille wahrscheinlich wieder zuerst bei Mister Spex reinschauen. Bei Kontaktlinsen ist das jedoch ziemlich kompliziert, da es sich hier eher um ein Amazon-Produkt handelt. Kontaktlinsenkunden zu halten ist sehr, sehr schwierig und das ist unsere große Aufgabe. Deswegen ist für uns wichtig, dass wir eine Preissuchmaschinen- Integration haben. Das heißt, wir haben für unsere Produkte natürlich auf den unterschiedlichen Preissuchmaschinen, unterschiedliche Preislisten hinterlegt, damit wir auch auf dem Markt agieren können.

Wann genau sind Sie an Latori herangetreten?

Ulrich Tietze: Mit Latori haben wir Anfang 2020 Kontakt aufgenommen. Was uns bei Latori gecatcht hat, war dass sie der erste Shopify-Plus-Partner in Deutschland waren. Das war das Erste, was uns begeistert hat. Da konnte man nichts falsch machen.

Lesetipp: Latori unterstützte auch Coeur de Lion bei der Umsetzung des Onlineshops auf Shopify und realisierte viele Individuallösungen. Hier lesen Sie die Story dahinter.

Wie lief die Zusammenarbeit mit Latori ab?

Ulrich Tietze: Wir hatten eine sehr intensive Angebotsphase und dann schon eine relativ klare, gemeinsame Zielrichtung. Es gab eine Abstimmung innerhalb dieser Angebots-Phase zu den Regelterminen, wie wir unsere Meetings abhalten, unsere wöchentlichen Anrufe durchführen. Wir haben uns auf Microsoft Teams geeinigt und damit sehr intensiv gearbeitet. Die Zusammenarbeit war natürlich intensiver als normal, allein wegen Corona und weil wir mit Azur Event Grid gleichzeitig eine neue Middelware integriert haben. Das ist natürlich auch die größte Hürde gewesen. Hinzu kam eine neue Schnittstellen- Kommunikation und ein neuer Klarna-Checkout. Wir wollten hier nicht das Shopify-Payment-Gateway nehmen, da norwegische Kunden alle den Klarna-Checkout kennen. Das bedeutete allerdings für uns auch, dass wir drei Monate direkt mit Shopify verhandeln mussten, um einen direkten Klarna-Checkout nutzen zu können.

Auf einen Blick:

Das hat Latori für Mister Spex / Lensit realisiert
  • Migration des bestehenden Onlineshops zu Shopify
  • Anbindungen zu verschiedenen Preisvergleichssuchmaschinen
  • Realisierung des Klarna-Checkouts
  • Schnittstelle zu Azure Event Grid
  • Anbindung zum ERP-System

Kontaktlinsen sind ein extrem benutzerdefiniertes Produkt mit vielen Varianten. Wie wird der Onlinevertrieb gehandhabt?

Lensit Onlineshop auf Shopify Plus | Latori
Der neue Lensit-Onlineshop auf Shopify Plus

Ulrich Tietze: Man hat bei Kontaktlinsen 4000 verschiedene Varianten! Um das im Shopify Shop darzustellen, brauchte es auch eine Erweiterung von Latori. Wir haben vom Prinzip her immer ein Master-Produkt und darunter sind 4000 Varianten. Es gibt eine Availability API und in der Datenbank sind alle Varianten hinterlegt. Über das Dropdown gibt es dann eine Prüfung, ob die Kontaktlinsenvariante verfügbar ist oder nicht. Je nach Verfügbarkeit werden im Frontend unterschiedliche Lieferzeiten angezeigt. In Norwegen gibt es noch eine kleine Besonderheit namens Dropshipping. Wenn wir eine Variante nicht auf Lager haben, der Lieferant sie dem Kunden jedoch direkt zuschicken kann, realisieren wir das. So muss das Produkt vorher nicht extra in unser Lager gesendet werden sondern kommt auf direktem Wege zum Käufer.

“Man hat bei Kontaktlinsen 4000 verschiedene Varianten! Um das im Shopify Shop darzustellen, brauchte es auch eine Erweiterung von Latori.”

Wie lange hat die Umsetzung vom ersten Herantreten an Latori bis zum Launch gedauert?

Ulrich Tietze: Die reine Projektphase hat ungefähr sechs Monate in Anspruch genommen - von Angebot unterschreiben bis Launch. Diese Zeit war auch sehr gut geplant, dafür dass wir drei große Systeme einführen mussten. Da durfte es auch keinen großen Verzug geben. Da drei Leute aus Berlin nach Norwegen mussten, um den Go-live zu supporten und wir mitten in der Corona-Krise steckten und nie wussten, wann der nächste Lockdown kommt, mussten wir eine Punktlandung hinlegen. Dementsprechend haben wir gerade die letzten fünf, sechs Wochenenden mit Latori durchgearbeitet und waren theoretisch in Dauerschleife in Videokonferenz mit dem Team.

“Es war, als würden wir zusammen mit Latori im Büro sitzen.”

Man hatte einen Kanal offen und dann sind die Leute reingekommen oder rausgegangen, haben gearbeitet, gegessen - hauptsache man hat sich gesehen und konnte ab und an miteinander sprechen und sich abstimmen. Es war schon gefühlte Go-Live-Office-Stimmung, aber halt über Teams.

Welche konkreten Unterschiede gibt es zur vorherigen Onlinepräsenz?

Ulrich Tietze: Zum einen steuert Marketingseitig Berlin diesen Onlineshop. Damit können wir jetzt bessere Marketingaktionen fahren, sei es zum Black Friday, sei es eine Newsletter-Kampagne oder sei es eine Reorder-Funktion wie unseren Kontaklinsen-Reminder. Preissuchmaschinen-Aktualisierungen findet jetzt fast täglich statt, auch um zu schauen, wie die Konkurrenz reagiert. Wir können jetzt einfach den ganzen Onlineshop aus Berlin heraus steuern und sind damit schneller als die Konkurrenz und steigern dadurch den Umsatz und die Marge.

Kontaktlinsen sind kein optimales Produkt für ein Kundenbindungsgeschäft. Was tun Sie, um Kunden dennoch zu halten?

Ulrich Tietze: Wir müssen bei den Kunden sehr intensiv dranbleiben. Nehmen wir den bereits angesprochenen Kontaktlinsen-Reminder: Wenn jemand Tageslinsen für das rechte und linke Auge für 30 Tage kauft, bekommt der Käufer nach 25 Tagen automatisch von uns die Benachrichtigung "Achtung, deine Packungen sind alle. Klick hier auf diese Mail, dann bestellst du sie automatisch nach.". Solche Features machen absolut Sinn.

“Der Einkauf einer Kontaktlinse muss schnell und einfach erfolgen, da darf es keine Hürden geben.”

Dann sind die Kontaktlinsenkunden auch sehr zufrieden und kaufen wieder.

Warum würden Sie anderen Händlern zu einer Zusammenarbeit mit einer Agentur wie Latori raten?

Ulrich Tietze: Vom Prinzip her kann man Shopify wahrscheinlich selbst einführen, vielleicht sogar Shopify Plus. Aber diese Insights und das Knowledge ist das, was so ein Partner mitbringt. Das spart so viel Zeit und Geld. Man kann selbst relativ schnell viele Fehler machen. Ein qualifizierter Partner berät dich einfach gut und nimmt dir viele Herausforderungen ab. Gerade wenn man ein neues Shopsystem einführen möchte, spielen Zeit und Geld meist eine wichtige Rolle. Hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen.</br>
Wir haben sehr intensiv mit Latori gearbeitet. Unser Team und das Latori-Team beide Seiten waren jederzeit bereit. Wenn man sagen musste, wir müssen auch Sonntag durcharbeiten, dann hat Latori gesagt "Ok, von wann bis wann müssen wir erreichbar sein?".

“So eine Unterstützung möchte man bei einem solchen Projekt einfach haben. Das tut gut!”

Auch Sie möchten einen kompetenten Partner bei der Realisierung Ihres Shop-Projekts? Nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf und wir finden heraus, wie wir Ihnen helfen können!

Shopify Plus 21 Migration 5 Case Study 3
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