Wie finden Kunden künftig das richtige Produkt? Nicht mehr ausschließlich über Google oder die Suche im Onlineshop. KI-Systeme übernehmen zunehmend die Produktsuche, vergleichen Angebote und schlagen passende Produkte vor. Damit das funktioniert, müssen sie Produktinformationen nicht nur lesen, sondern auch strukturiert verstehen können.
Genau hier kommt Shopify Catalog ins Spiel. Shopify stellt Produktinformationen wie Titel, Beschreibung, Bilder, Preise, Optionen und Verfügbarkeit strukturiert für verschiedene KI- und Shopping-Erlebnisse bereit. Shopify Catalog dient dabei als zentrale Produktdatenbasis für unterstützte KI-Kanäle. Je nach Plattform können auch andere Datenquellen und Integrationswege zum Einsatz kommen. Berechtigte Produkte werden dabei automatisch in Shopify Catalog aufgenommen.
Für Händler verschiebt sich damit ein Teil der Optimierungsarbeit: Neben einer guten Produktseite wird die Qualität der zugrunde liegenden Produktdaten immer wichtiger.
In diesem Beitrag zeigen wir, was Shopify Catalog genau ist, welche Daten eine Rolle spielen und wie Sie Ihren Shopify-Shop Schritt für Schritt für KI-gestützte Produktsuche vorbereiten.
Shopify Catalog verstehen und optimieren
Sie möchten tiefer in das Thema einsteigen? In unserem Webinar zu den Shopify Editions zeigen wir, welche Bedeutung Shopify Catalog für die Produktsuche der Zukunft hat und worauf Händler bei ihren Produktdaten achten sollten.
Jetzt Webinar-Aufzeichnung anfordernInhaltsverzeichnis
- Was ist Shopify Catalog?
- Warum wird Shopify Catalog für Händler wichtig?
- Welche Produktdaten sind entscheidend?
- Shopify Catalog, Agentic Storefronts, UCP und ACP: Was ist was?
- Shopify Catalog optimieren: Schritt für Schritt
- Shopify Catalog: Mehr Sichtbarkeit durch strukturierte Produktdaten
- Produktdaten für KI-Suche testen
- Fazit
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Was ist Shopify Catalog?
Shopify Catalog ist eine strukturierte Quelle für Produktinformationen aus Shopify-Shops. KI-Plattformen, Shopping-Websites und KI-Agenten können diese Daten nutzen, um Produkte zu entdecken und Informationen wie Preis, Verfügbarkeit, Varianten oder Eigenschaften zu verstehen.
Dabei ist ein wichtiger Punkt leicht zu übersehen: Händler müssen Shopify Catalog nicht wie einen klassischen Produktfeed manuell einrichten. Er wird für Shops und Produkte, die die Voraussetzungen erfüllen, automatisch erstellt und fortlaufend mit den Produktdaten aktualisiert.
Kurz erklärt: Shopify Catalog
Shopify Catalog ist die strukturierte Produktdatenbasis, über die berechtigte Shopify-Produkte für verschiedene KI- und Shopping-Erlebnisse zugänglich gemacht werden können. Dazu gehören unter anderem Produktname, Beschreibung, Bilder, Preis, Varianten und Verfügbarkeit.
Die Aufnahme in Catalog bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Produkt in ChatGPT, Google AI Mode oder einem anderen KI-System empfohlen wird. Der jeweilige KI-Kanal entscheidet selbst, welche Produkte für eine konkrete Anfrage angezeigt werden.
Warum wird Shopify Catalog für Händler wichtig?
Die Art und Weise, wie Kunden Produkte suchen und Kaufentscheidungen treffen, verändert sich. Statt sich selbst durch Suchergebnisse, Kategorien und Produktseiten zu arbeiten, können sie ihre Anforderungen zunehmend direkt an KI-Systeme formulieren. Diese übernehmen einen Teil der Suche, vergleichen passende Produkte und können konkrete Empfehlungen aussprechen.
Für Händler bedeutet das: Nicht nur die Sichtbarkeit der eigenen Produktseite wird relevant, sondern auch die Frage, wie gut Produktinformationen von KI-Systemen verstanden und für passende Anfragen genutzt werden können.
Die klassische Produktsuche folgt häufig diesem Muster:
Suchmaschine → Produktseite → Onlineshop → Kauf
Mit KI-gestützter Suche kann die Customer Journey anders aussehen:
Frage → KI versteht Anforderungen → Produkte werden gesucht und verglichen → Empfehlung → Kauf
Ein Kunde könnte beispielsweise fragen:
„Ich suche eine wasserdichte Laufjacke für den Winter, unter 200 Euro, möglichst aus recycelten Materialien.“
Damit eine KI darauf sinnvoll antworten kann, muss sie verschiedene Produkteigenschaften miteinander verbinden. Preis, Material, Einsatzbereich, Verfügbarkeit und Varianten werden dadurch zu relevanten Informationen.
Das bedeutet nicht, dass klassische SEO unwichtig wird. Im Gegenteil: SEO, strukturierte Produktdaten und GEO ergänzen sich zunehmend.
Werden Produktinformationen nicht eindeutig und vollständig bereitgestellt, wird es für Systeme schwieriger, ein Produkt korrekt einzuordnen und mit anderen Angeboten zu vergleichen.
Von Produktbeschreibungen zu Produktdaten
Eine gute Produktbeschreibung in Shopify bleibt wichtig. Sie sollte aber nicht die einzige Quelle für relevante Eigenschaften sein.
Statt ausschließlich zu schreiben:
„Unsere innovative Outdoorjacke überzeugt mit hervorragender Wetterfestigkeit und maximalem Tragekomfort.“
sind konkrete Angaben für maschinelle Verarbeitung wesentlich eindeutiger:
Material: 100 % recyceltes Polyester
Wassersäule: 20.000 mm
Gewicht: 280 g
Einsatzbereich: Winterlauf
Temperaturbereich: bis -5 °C
Die Erkenntnis dahinter ist einfach: Je eindeutiger ein Produkt beschrieben und strukturiert ist, desto leichter kann ein System es verstehen und mit passenden Suchanfragen verbinden.
Lesetipp: Wie sich die Suche durch KI verändert und welche Rolle SEO, AEO und GEO dabei spielen, erklären wir ausführlicher in unserem Beitrag AEO & GEO: KI-Sichtbarkeit im E-Commerce.
Welche Produktdaten sind entscheidend?
Shopify Catalog stellt zentrale Produktinformationen wie Titel, Beschreibungen, Bilder, Preise, Optionen und Verfügbarkeiten strukturiert bereit. Diese Daten bilden die Grundlage dafür, dass Produkte in KI-gestützten Such- und Shopping-Erlebnissen gefunden, verstanden und miteinander verglichen werden können.
Dabei kommt es nicht nur darauf an, möglichst viele Informationen bereitzustellen. Entscheidend ist, dass die Daten vollständig, eindeutig, konsistent und aktuell sind. Welche Informationen besonders relevant sind, hängt dabei auch vom jeweiligen Sortiment und der Art der Produkte ab.
Produktname und Beschreibung
Der Produktname sollte auf den ersten Blick erkennen lassen, um welches Produkt es sich handelt. Statt rein kreativer oder markeninterner Bezeichnungen sind deshalb klare und verständliche Produktnamen sinnvoll.
Auch die Beschreibung sollte wichtige Produkteigenschaften konkret benennen. Aussagen wie „hochwertig“, „innovativ“ oder „besonders leicht“ können zwar für die Produktkommunikation sinnvoll sein, liefern aber nur wenig verwertbare Information. Angaben wie Material, Maße, Gewicht, Einsatzbereich oder technische Eigenschaften sind wesentlich eindeutiger.
Je konkreter die Produktinformationen formuliert sind, desto leichter können Systeme die Eigenschaften eines Produkts mit einer konkreten Suchanfrage abgleichen.
Varianten und Optionen
Bei Produkten mit mehreren Varianten sollten Optionen wie Größe, Farbe, Material oder Ausführung einheitlich gepflegt werden. Wird beispielsweise eine Farbe bei einem Produkt als „Navy“, bei einem anderen als „Dunkelblau“ und bei einem dritten als „Blue“ bezeichnet, entstehen unnötige Unterschiede in der Datenstruktur.
Auch Varianten selbst sollten eindeutig unterscheidbar sein. Gerade bei umfangreichen Sortimenten hilft eine konsistente Benennung dabei, Produkte und ihre jeweiligen Ausprägungen korrekt zuzuordnen.
Preis und Verfügbarkeit
Preis und Verfügbarkeit gehören zu den wichtigsten Informationen für eine konkrete Kaufentscheidung. Eine KI-gestützte Produktsuche muss beispielsweise erkennen können, ob ein Produkt innerhalb eines bestimmten Budgets liegt und ob die gewünschte Variante überhaupt erhältlich ist.
Shopify Catalog stellt diese Commerce-Daten strukturiert bereit und hält sie entsprechend den zugrunde liegenden Produktdaten aktuell. Deshalb sollten Preise, Lagerbestände und Variantenstatus auch im Shopify-Admin zuverlässig gepflegt werden.
Kategorien und Produktattribute
Eine präzise Produktkategorie liefert zusätzlichen Kontext darüber, was für ein Produkt angeboten wird. Gerade bei großen Sortimenten kann die richtige Einordnung helfen, Produkte thematisch voneinander abzugrenzen.
Darüber hinaus sind je nach Produktart weitere Attribute relevant. Bei einem Kleidungsstück können beispielsweise Material, Passform, Größe und Einsatzbereich wichtig sein. Bei einem technischen Produkt spielen dagegen unter Umständen Maße, Leistung, Kompatibilität oder Anschlussarten eine größere Rolle.
Die wichtigste Frage lautet daher: Welche Informationen würde ein Kunde benötigen, um dieses Produkt mit ähnlichen Produkten zu vergleichen? Genau diese Informationen sollten möglichst eindeutig in den Produktdaten abgebildet sein.
Eindeutige Produktidentifikatoren
SKU, GTIN und andere eindeutige Produktkennzeichnungen helfen dabei, Produkte und Varianten eindeutig zu identifizieren. Das wird besonders relevant, wenn ein Händler ein großes Sortiment über mehrere Vertriebskanäle ausspielt oder ähnliche Produkte und Varianten verwaltet.
Eine saubere Zuordnung verhindert dabei nicht nur Verwechslungen innerhalb des eigenen Shops. Sie schafft auch eine konsistente Datenbasis, die über verschiedene Commerce- und Vertriebssysteme hinweg genutzt werden kann.
Latori Experten Tipp:
Prüfen Sie Ihre Produktdaten nicht nur aus Sicht des Shops, sondern aus Sicht einer Person, die das Produkt noch nie gesehen hat. Könnte sie allein anhand der strukturierten Informationen erkennen, was das Produkt ist, welche Eigenschaften es hat, für wen es geeignet ist und warum es zu einer bestimmten Suchanfrage passt?
Wenn wichtige Antworten nur aus Bildern oder Marketingtexten hervorgehen, lohnt sich eine genauere Prüfung der zugrunde liegenden Produktdaten.
Shopify Catalog, Agentic Storefronts, UCP und ACP: Was ist was?
Rund um den KI-gestützten Handel mit Shopify begegnen Ihnen verschiedene Begriffe, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die folgende Übersicht zeigt, wie sie sich voneinander unterscheiden und welche Bedeutung sie für Händler haben.
| Begriff | Was ist das? | Was bedeutet das für Händler? |
|---|---|---|
| Shopify Catalog | Strukturierte Produktdatenbasis aus Shopify-Shops | Die Qualität Ihrer Produktdaten bestimmt, wie gut KI-Systeme Ihre Produkte verstehen |
| Agentic Storefronts | Vertriebskanal im Shopify-Admin, über den Produkte in KI-Plattformen ausgespielt werden | Sie sehen im Admin, welche Kanäle für Ihren Shop verfügbar sind |
| UCP (Universal Commerce Protocol) | Offener Standard, der gemeinsam von Shopify und Google entwickelt und im Januar 2026 vorgestellt wurde | Regelt, wie KI-Agenten mit Händlern interagieren, bis hin zum Checkout |
| ACP (Agentic Commerce Protocol) | Standard von OpenAI und Stripe, u. a. Grundlage für den Checkout in ChatGPT | Wird von Shopify ebenfalls unterstützt |
| Catalog API / Global Catalog MCP | Schnittstelle für Entwickler:innen, um Produktdaten für eigene KI-Shopping-Erlebnisse zu nutzen | Relevant für Agenturen und Entwickler, die eigene Agentic-Anwendungen bauen |
Lesetipp: Mehr zu den Protokollen im Hintergrund lesen Sie in unserem Beitrag Shopify UCP: Was das Universal Commerce Protocol für den Onlinehandel bedeutet.
Shopify Catalog optimieren: Schritt für Schritt
Da Shopify Catalog für berechtigte Produkte automatisch erstellt wird, besteht die eigentliche Aufgabe nicht darin, Catalog manuell anzulegen. Entscheidend ist, die Produktdaten dahinter zu optimieren.
Schritt 1: Voraussetzungen prüfen
Zunächst sollte geprüft werden, ob die Produkte grundsätzlich für Shopify Catalog infrage kommen. Shopify nennt dafür unter anderem einen vorhandenen Produkttitel, mindestens ein Produktbild, einen Preis über null sowie weitere Voraussetzungen für Shop und Produkt. Damit lässt sich schnell feststellen, ob einzelne Produkte möglicherweise gar nicht im Catalog erscheinen können.
Weitere Voraussetzungen betreffen unter anderem den Shop-Status, die Veröffentlichung und Erreichbarkeit der Produkte sowie die geltenden Teilnahmebedingungen von Shopify.
Schritt 2: Produktinformationen im Shopify Admin überprüfen
Öffnen Sie im Shopify Admin Produkte → Alle Produkte und wählen Sie zunächst einige repräsentative Produkte aus.
Prüfen Sie nicht nur, ob die Beschreibung vorhanden ist. Fragen Sie sich vor allem:
Kann jemand – oder ein KI-System – anhand dieser Informationen eindeutig verstehen, was das Produkt ist, welche Eigenschaften es besitzt und für wen es geeignet ist?
Produktnamen, Beschreibungen, Bilder, Varianten und Preise sollten dabei zusammenpassen.
Schritt 3: Produktattribute strukturieren
Viele Shops haben zusätzliche Informationen bereits im System, speichern sie aber ausschließlich in Fließtexten oder uneinheitlichen Feldern.
Hier können Metafields helfen. Über Einstellungen → Metafelder und Metaobjekte→ Produkte lassen sich eigene Felder für zusätzliche Produkteigenschaften definieren.
Beispielsweise können Sie für einen Laufschuh strukturierte Felder für folgende Informationen anlegen:
Einsatzbereich
Dämpfung
Gewicht
Sprengung
Material
Untergrund
Der Vorteil: Diese Informationen liegen nicht nur im Beschreibungstext, sondern als klar definierte Daten vor.
Schritt 4: Metaobjects für wiederkehrende Informationen nutzen
Wenn Informationen über viele Produkte hinweg wiederverwendet werden, können Shopifys Metaobjects sinnvoll sein.
Ein Händler könnte beispielsweise ein standardisiertes Datenmodell für Materialien, Hersteller oder technische Spezifikationen erstellen. Dadurch müssen dieselben Informationen nicht bei jedem Produkt unterschiedlich gepflegt werden.
Das reduziert Inkonsistenzen und erleichtert die spätere Nutzung der Daten in verschiedenen Shopbereichen.
Schritt 5: Bei individuellen Datenstrukturen Catalog Mapping prüfen
Hier wird es insbesondere für größere oder technisch komplexere Shops interessant.
Wenn wichtige Produktinformationen nicht in den normalen Shopify-Produktfeldern liegen, sondern beispielsweise in Metafields, Metaobjects oder individuellen Strukturen, kann Shopify Catalog Mapping genutzt werden.
Im Shopify Admin finden Sie die Funktion unter:
Vertriebskanäle → Agentic → Shopify Catalog → Produktdatenzuordnung überprüfen
Dort können unter anderem Quellen für Produkttitel, Produktbeschreibung und Produktkategorie festgelegt werden. Als Quelle können Produktattribute, Metafields oder Metaobject-Referenzen dienen.
Das ist besonders relevant für Shops, deren Produktdatenmodell stark angepasst wurde.
Latori Experten Tipp:
Wenn Sie Produktinformationen bereits über Metafields oder Metaobjects pflegen, sollten Sie nicht einfach zusätzliche Datenfelder anlegen. Prüfen Sie zunächst, ob die vorhandene Datenstruktur sinnvoll aufgebaut ist und welche Informationen tatsächlich für die Produktsuche relevant sind.
Eine konsistente Datenstruktur ist langfristig wertvoller als möglichst viele einzelne Felder.
Schritt 6: Produktdaten in der Catalog-Suche testen
Shopify bietet inzwischen eine Suchvorschau im Bereich „Vertriebskanäle → Agentic“. Dort können Suchanfragen eingegeben werden, um zu sehen, wie Produkte in der Catalog-Suche abschneiden könnten. Shopify weist allerdings darauf hin, dass diese Vorschau nicht exakt vorhersagt, wie ein Produkt in einem tatsächlichen KI-Erlebnis gerankt wird.
Testen Sie deshalb nicht nur Produktnamen, sondern reale Kundenfragen:
„Welche nachhaltige Laufjacke unter 200 Euro eignet sich für den Winter?“
„Welche Kaffeemaschine mit Mahlwerk eignet sich für zwei Personen?“
„Ich suche eine schwarze Ledertasche für einen Laptop bis 16 Zoll.“
Anschließend sollten Sie prüfen, ob Ihre Produkte für solche Anfragen auftauchen und ob die verwendeten Produktinformationen tatsächlich zu den Anforderungen passen.
Lesetipp: Shopify Catalog ist ein wichtiger Baustein für Agentic Commerce. In unserem Agentic Commerce Guide für Shopify-Händler zeigen wir, welche Anforderungen KI-Agenten an Produktdaten stellen und wie Sie Ihren Shop Schritt für Schritt darauf vorbereiten.
Shopify Catalog: Mehr Sichtbarkeit durch strukturierte Produktdaten
Shopify Catalog schafft eine wichtige Grundlage dafür, dass Produkte in KI-gestützten Such- und Shopping-Erlebnissen gefunden und berücksichtigt werden können. Der entscheidende Faktor dabei sind die Produktdaten: Je vollständiger, eindeutiger und aktueller sie vorliegen, desto besser können Systeme ein Produkt verstehen und mit passenden Suchanfragen abgleichen.
Das ist besonders relevant, weil KI-Suchen häufig nicht nach einem einzelnen Keyword funktionieren. Nutzer formulieren stattdessen konkrete Anforderungen und kombinieren mehrere Kriterien miteinander.
Eine Anfrage wie:
„Welche wasserdichte Laufjacke unter 200 Euro eignet sich für den Winter und besteht aus recycelten Materialien?“
enthält bereits mehrere Produktmerkmale: Kategorie, Eigenschaft, Preis, Einsatzbereich und Material.
Damit ein Produkt für eine solche Anfrage infrage kommt, muss das System diese Informationen kennen und miteinander verknüpfen können. Sind sie nur unvollständig vorhanden oder widersprüchlich hinterlegt, kann ein passendes Produkt trotz tatsächlicher Eignung bei der Auswahl unberücksichtigt bleiben.
Von der Produktseite zur strukturierten Produktinformation
Genau hier ergänzt Shopify Catalog die klassische Optimierung von Produktseiten. Eine gut geschriebene Produktbeschreibung ist weiterhin wichtig, aber sie sollte durch strukturierte und eindeutige Produktinformationen ergänzt werden.
Ein Produkt könnte beispielsweise in der Beschreibung als „leichte, atmungsaktive Outdoorjacke für anspruchsvolle Touren“ beschrieben werden. Für eine KI-Suche sind konkrete Attribute jedoch wesentlich leichter zu verarbeiten:
Gewicht: 320 g
Material: 100 % recyceltes Polyester
Wassersäule: 20.000 mm
Atmungsaktivität: 20.000 g/m²/24 h
Einsatzbereich: Wandern und Trekking
Jahreszeit: Herbst und Winter
Diese Informationen erhöhen nicht automatisch das Ranking eines Produkts. Sie schaffen aber eine bessere Datengrundlage für die Auswahl und den Vergleich.
Lesetipp: Wenn Antworten direkt in der KI-Oberfläche entstehen, zählt Sichtbarkeit auch ohne Klick: Zero Click Marketing: Warum Sichtbarkeit heute auch ohne Klicks zählt.
Warum vollständige Produktdaten für GEO relevant sind
Für GEO ist deshalb nicht nur entscheidend, ob eine Marke oder ein Produkt online erwähnt wird. Ebenso wichtig ist, welche Informationen ein KI-System über das Produkt erfassen kann.
Wenn eine KI beispielsweise nach „nachhaltigen Sneakern aus recycelten Materialien unter 150 Euro“ gefragt wird, müssen entsprechende Produkteigenschaften eindeutig erkennbar sein. Je besser die Daten strukturiert sind, desto mehr konkrete Anknüpfungspunkte gibt es für die Zuordnung zu solchen Suchanfragen.
Shopify Catalog kann dabei als Verbindung zwischen dem Produktdatenbestand eines Shops und neuen KI-gestützten Commerce-Erlebnissen betrachtet werden.
Das Zusammenspiel lässt sich vereinfacht so darstellen:
Produktdaten → Shopify Catalog → KI versteht Produkt → Abgleich mit Suchanfrage → mögliche Produktempfehlung
Dabei ist wichtig: Eine vollständige und gut strukturierte Catalog-Präsenz garantiert keine Sichtbarkeit in einer bestimmten KI-Antwort. Sie schafft vielmehr die notwendige Grundlage dafür, dass ein Produkt überhaupt passend eingeordnet und für entsprechende Anfragen berücksichtigt werden kann.
Catalog und klassische SEO ergänzen sich
Auch für klassische Suchmaschinen bleibt die Qualität der Produktdaten relevant. Optimierte Produktnamen, Beschreibungen, Kategorien und strukturierte Daten helfen nicht nur KI-Systemen, sondern verbessern gleichzeitig die Informationsqualität einer Produktseite.
Damit entsteht ein wichtiger Synergieeffekt: Eine saubere Produktdatenstruktur kann mehrere Such- und Commerce-Kanäle unterstützen, anstatt nur für einen einzelnen KI-Kanal optimiert zu werden.
Für Händler bedeutet das: Shopify Catalog sollte nicht als isolierte neue Optimierungsmaßnahme betrachtet werden. Vielmehr lohnt es sich, die vorhandenen Produktdaten einmal aus der Perspektive verschiedener Systeme zu betrachten:
Kann eine Suchmaschine die Seite finden? Kann eine KI das Produkt verstehen? Und liegen genügend konkrete Informationen vor, damit das Produkt für eine passende Anfrage ausgewählt werden kann?
Genau an dieser Schnittstelle treffen SEO, AEO, GEO und strukturierte Commerce-Daten aufeinander.
Lesetipp: Wie sich die Suche durch KI verändert und welche Rolle SEO, AEO und GEO dabei spielen, zeigen wir ausführlicher in unserem Beitrag SEO, AEO und GEO: Optimierung für die Suche der Zukunft.
Produktdaten für KI-Suche testen
Die Optimierung der Produktdaten ist kein einmaliger Schritt. Entscheidend ist, ob die Informationen auch in der Praxis dazu führen, dass Ihre Produkte für relevante Suchanfragen verstanden und berücksichtigt werden können. Dafür lohnt sich ein regelmäßiger Abgleich zwischen den eigenen Produktdaten und den Fragen, die potenzielle Kunden tatsächlich stellen.
1. Reale Kundenfragen sammeln
Starten Sie mit Suchanfragen und Fragen, die bereits im Unternehmen vorhanden sind. Die Google Search Console, die interne Shopsuche, Kundenanfragen aus dem Support oder typische Fragen aus der Beratung liefern dafür wertvolle Hinweise.
Die Optimierung der Produktdaten ist kein einmaliger Schritt. Entscheidend ist, ob die Informationen auch in der Praxis dazu führen, dass Ihre Produkte für relevante Suchanfragen verstanden und berücksichtigt werden können. Dafür lohnt sich ein regelmäßiger Abgleich zwischen den eigenen Produktdaten und den Fragen, die potenzielle Kunden tatsächlich stellen.
Besonders interessant sind nicht nur konkrete Produktnamen, sondern Suchanfragen mit mehreren Anforderungen. Dazu gehören beispielsweise Fragen nach einem bestimmten Preisbereich, Material, Einsatzbereich, einer Größe oder bestimmten Produkteigenschaften.
2. Relevante Fragen in KI-Systemen testen
Anschließend können diese Fragen in relevanten KI-Systemen getestet werden. Prüfen Sie dabei nicht nur, ob Ihre Marke genannt wird, sondern auch, welche Produkte empfohlen werden und welche Eigenschaften die KI dafür heranzieht.
Dokumentieren Sie beispielsweise:
Wird die eigene Marke genannt?
Welche Produkte werden empfohlen?
Welche Wettbewerber erscheinen?
Welche Produktmerkmale werden genannt?
Welche Quellen oder Produktinformationen werden verwendet?
So lässt sich erkennen, wie gut die eigene Marke und das Sortiment bereits in KI-gestützten Produktsuchen sichtbar und verständlich sind.
3. Mit der Shopify-Catalog-Suche vergleichen
Für Shops, die Shopify Catalog nutzen können, bietet sich anschließend ein Vergleich mit der Catalog-Suchvorschau an. Testen Sie dort dieselben oder ähnliche Suchanfragen und prüfen Sie, welche Produkte für die jeweilige Anfrage gefunden werden.
Der Vergleich ist besonders interessant, wenn ein Produkt zwar grundsätzlich gut zur Suchanfrage passt, aber nicht in den Ergebnissen auftaucht. Dann lohnt sich ein genauerer Blick auf die hinterlegten Produktdaten.
Lesetipp: Wie Sie Ihren Shop mit simulierten KI-Käufern prüfen, zeigt Testen Sie Ihren Shopify-Store mit KI-Käufern (bevor es Ihre Kunden tun).
4. Datenlücken und Optimierungspotenziale identifizieren
Tauchen Wettbewerber auf, die eigenen Produkte aber nicht? Oder wird ein Produkt zwar gefunden, aber anhand falscher oder unvollständiger Eigenschaften beschrieben? Dann sollte geprüft werden, welche Informationen fehlen oder nicht eindeutig strukturiert sind.
Mögliche Ursachen können beispielsweise sein:
relevante Produkteigenschaften fehlen,
Varianten sind uneinheitlich gepflegt,
wichtige Informationen stehen nur im Fließtext,
Produktkategorien sind zu ungenau,
Preise oder Verfügbarkeiten sind nicht aktuell,
oder relevante Metafields und andere strukturierte Daten fehlen.
Aus diesen Erkenntnissen lassen sich anschließend konkrete Maßnahmen ableiten. Statt allgemein zu fragen, ob ein Shop „für KI optimiert“ ist, können Händler so gezielt einzelne Produktdaten- und Sichtbarkeitslücken schließen.
Wichtig: Eine vollständige und gut strukturierte Catalog-Darstellung garantiert keine Platzierung in einer bestimmten KI-Antwort. KI- und Shopping-Systeme entscheiden selbst, welche Produkte für eine Suchanfrage ausgewählt, wie sie gerankt und welche Informationen dargestellt werden. Die Catalog-Suche dient daher vor allem als wertvolle Orientierung und Testmöglichkeit.
Fazit
Shopify Catalog verändert nicht automatisch die gesamte SEO-Strategie eines Onlineshops. Er zeigt aber sehr deutlich, wie wichtig strukturierte und hochwertige Produktdaten für die nächste Generation der Produktsuche werden.
Die gute Nachricht: Für berechtigte Shopify-Shops ist kein aufwendiges manuelles Setup notwendig. Shopify Catalog wird automatisch bereitgestellt. Der größere Hebel liegt in der Qualität der Daten: eindeutige Produktnamen, konkrete Beschreibungen, saubere Varianten, aktuelle Preise und Verfügbarkeiten sowie sinnvoll strukturierte zusätzliche Produktattribute.
Besonders bei größeren Shops lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf Metafields, Metaobjects und gegebenenfalls das Shopify Catalog Mapping.
Denn während SEO lange vor allem die Frage beantwortet hat, wie ein Produkt gefunden wird, kommt zunehmend eine zweite hinzu:
Kann eine KI verstehen, warum genau dieses Produkt zur Anfrage eines Kunden passt?
Wer seine Produktdaten heute sauber strukturiert, schafft damit eine wichtige Grundlage für KI-gestützte Produktsuche und Agentic Commerce.
Möchten auch Sie besser in der KI gefunden werden oder haben Fragen zu Shopify Catalog? Gerne unterstützt Sie das Team von Latori bei Ihrem Anliegen. Kontaktieren Sie uns.
Häufig gestellte Fragen zu Shopify Catalog
Was ist Shopify Catalog?
Shopify Catalog ist eine strukturierte Quelle für Produktinformationen aus berechtigten Shopify-Shops. KI-Plattformen, Shopping-Websites und KI-Agenten können diese Daten nutzen, um Produkte zu suchen und Informationen wie Preis, Varianten und Verfügbarkeit zu verstehen.
Muss Shopify Catalog manuell eingerichtet werden?
Nein. Wenn Shop und Produkte die Voraussetzungen erfüllen, werden sie automatisch in Shopify Catalog aufgenommen. Händler müssen Catalog also nicht wie einen klassischen Produktfeed manuell anlegen.
Welche Produktdaten sind für Shopify Catalog wichtig?
Zu den zentralen Informationen gehören Produkttitel, Beschreibung, Bilder, Preis, Varianten, Optionen und Verfügbarkeit. Je nach Sortiment können zusätzliche strukturierte Attribute wie Material, Maße, technische Eigenschaften oder Kompatibilität relevant sein.
Was ist Shopify Catalog Mapping?
Mit Shopify Catalog Mapping können Händler festlegen, aus welchen Datenquellen Informationen wie Produkttitel, Beschreibung oder Kategorie bezogen werden. Das ist besonders hilfreich, wenn Produktinformationen in Metafields, Metaobjects oder individuellen Datenstrukturen gespeichert sind.
Wie kann ich meine Produkte für KI-Suche optimieren?
Achten Sie auf vollständige und eindeutige Produktinformationen, konsistente Varianten, aktuelle Preise und Verfügbarkeiten sowie sinnvoll strukturierte Produktattribute. Anschließend können reale Kundenfragen über die Catalog-Suchvorschau und verschiedene KI-Systeme getestet werden.
Garantiert Shopify Catalog eine Platzierung in ChatGPT oder anderen KI-Systemen?
Nein. Die Aufnahme in Shopify Catalog garantiert weder eine Erwähnung noch eine bestimmte Position in einer KI-Antwort. Der jeweilige KI-Kanal entscheidet selbst, welche Produkte für eine Anfrage angezeigt und wie sie dargestellt werden.
Wie kann ich überprüfen, ob meine Produkte in Shopify Catalog gut auffindbar sind?
Im Shopify Admin steht unter Vertriebskanäle → Agentisch eine Suchvorschau zur Verfügung. Dort können Suchanfragen eingegeben und die Catalog-Ergebnisse geprüft werden. Die Vorschau dient als Orientierung und stellt keine exakte Vorhersage für das Ranking in einzelnen KI-Kanälen dar.
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