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Kaufmann im E-Commerce – ein Erfahrungsbericht

Kaufmann im E-Commerce – ein Erfahrungsbericht

Dadurch, dass Schulabgänger seit 2018 die Möglichkeit haben, eine Ausbildung im E-Commerce-Bereich zu machen, wurde ein gewaltiger Schritt in Richtung digitale Transformation gemacht. Denn die nächste Generation wird ab jetzt für den Onlinehandel vorbereitet und wird so die Zukunft des Handels maßgeblich prägen. Vor kurzem verkündete auch Shopify, dass der Ausbildungsberuf Kaufmann/frau im E-Commerce durch eine Open Learning Plattform für Berufsschulen weiter gestärkt werden soll.

Für uns der perfekte Anlass für einen Erfahrungsbericht. Denn aktuell sind zwei der Latori-Mitarbeiter:innen in Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann bzw. Kauffrau. Im Interview mit unserem Auszubildenden Ahmed Jalab, der seit 2019 die E-Commerce-Lehre absolviert, geben wir Ihnen einen Überblick über die Ausbildung und die Perspektiven danach.

Warum hast du dich für die Ausbildung entschieden? Warum sollte es unbedingt der E-Commerce-Bereich werden?

Ahmed: Bei mir fing das schon früh an. Ich wusste nach der Schule nicht genau, was ich machen sollte. Ich habe mein Abi abgebrochen und dann mein Fachabitur im Wirtschaftsbereich gemacht. Danach war mir nicht klar, wo es hingehen soll, denn die klassischen Wirtschaftsberufe wie Steuerfachangestellter entsprachen mir zu sehr dem Standard. Ich habe einen Bekannten, der einen eigenen Onlineshop betreibt und damit ziemlich erfolgreich ist – sein Shop ist führend für Frisörzubehör in Europa. Das hat mich sehr dazu inspiriert, in Richtung E-Commerce zu gehen. Ich habe recherchiert, mich mehr in das Thema vertieft und gemerkt, dass das etwas ist, wofür ich brenne.

Abbildung 1: Ahmed Jalab – Auszubildender E-Commerce-Kaufmann bei Latori
Abbildung 1: Ahmed Jalab – Auszubildender E-Commerce-Kaufmann bei Latori

Wie bist du daraufgekommen, deine Ausbildung bei Latori zu machen?

Ahmed: Von der Schule wurde ein Informationstag bei der Arbeitsagentur angeboten, an dem man in den E-Commerce reinschnuppern konnte. Dort waren zehn bis 20 verschiedene Firmen präsent, die Azubis gesucht haben. Ich nahm teil und habe dort Latori kennengelernt. Die saßen am ersten Tisch, ich habe mit dem Team gesprochen und mir hat der Shopify-Fokus direkt gefallen, denn Shopify kannte ich bereits. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Als ich herausgegangen bin wusste ich, dass es das sein soll.

Als du dann mit der Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce begonnen hast, welche Ausbildungsinhalte kamen auf dich zu?

Ahmed: Das ist sehr breit gefächert. Da Latori eine IT-Firma ist und ich von Informatikern umgeben bin, lerne ich Sachen anders als andere E-Commerce-Kaufleute. Das heißt, ich lerne auch die Basics der Programmierung - zum Beispiel kann ich nun Code einer Website bearbeiten und anpassen.

„Man lernt vor allem, wie Onlineshops funktionieren und welche Automatisierungen dahinterstecken.“

An sich bestehen meine Aufgaben darin, Shops zu verwalten, zu konfigurieren, zu erstellen und zu schauen, wie man Automatisierung einbaut, die Shops an andere Systeme anbindet oder ein ganzes Warenwirtschaftssystem aufstellt. Man lernt also vor allem, wie Onlineshops funktionieren und welche Automatisierungen dahinterstecken. Gleichzeitig gibt es den Marketing-Aspekt, bei dem man lernt, wie man Kunden analysiert und neue Kunden gewinnt. Es ist wirklich ein sehr breit gefächerter Ausbildungsberuf.

Latori ist vor allem auf Shopify und Shopify Plus spezialisiert. Hast du trotzdem Berührungspunkte zu anderen Shopsystemen?

Ahmed: Ich selbst habe mir alle möglichen Shopsysteme angeschaut: Prestashop, Shopware und Co. Es gibt sehr viele, die gut sind. Meiner Meinung nach ist Shopify allerdings die Nummer 1, da alles cloudbasiert ist. Die Sicherheitsprozesse und der Grund, dass das Hosting und Updates schon von Shopify übernommen werden, sowie viele Marketing-Automatisierungen und Anbindungen wie zum Beispiel Facebook so unkompliziert ablaufen, sprechen für Shopify. Das ist bei anderen Shopsystemen wie z.B. WooCommerce deutlich umständlicher. Shopify ist am einfachsten anzuwenden und das ist auch der Grund, warum viele große Firmen zu Shopify wechseln.

„Man lernt immer wieder etwas Neues dazu im E-Commerce.“

Wie ist dein Alltag bei Latori in Schule und Arbeit eingeteilt?

Ahmed: Wir sind drei Mal in der Woche im Betrieb und zwei Tage lang haben wir Schule. Einen Tag davon haben wir nur halbtags Schule und sind dann nochmal im Betrieb.

In der Schule teilt sich der Unterricht zu 50 % in E-Commerce-Inhalte und zu 50 % in BWL ein. Unser Lehrer recherchiert sehr viel, kommt immer wieder mit neuen Themen, die wir lernen, und analysiert ständig, was neu am Markt ist, um es uns beizubringen. Man lernt immer wieder etwas Neues dazu im E-Commerce. Bei den BWL-Inhalten lernt man Buchhaltung, Arbeitsrechte und die Gesetze, die dazugehören im klassischen Schulalltag.

Bei Latori habe ich meine festen Aufgaben und Kundenprojekte und sehe hier auch zu, den Zeitplan einzuhalten. Man hat immer neue Herausforderungen, die Spaß machen und man lernt immer etwas Neues.

Bei welchen Latori-Kunden hast du schon mitgewirkt?

Ahmed: Es sind tatsächlich sehr, sehr viele - ich kann sie also nicht alle aufzählen. Ich habe auch schon selbst Kunden betreut und ganze Projekte gemanagt sowie abgeschlossen.

Bei Kunden wie z.B. Sennheiser, habe ich eine Menge gelernt, z.B. wie ich Kaufprozesse für Kunden optimieren kann. Bei anderen großen Kunden konnte ich viel über die Logik von Shops erfahren, wie ich Funktionen oder Übersetzungen einbindet. Bei einigen Kunden habe ich auch das Marketing übernommen, Facebook-Werbung geschaltet, deren Google-Analytics-Konten und Ads analysiert.

Wie sehen Prüfungsleistungen in dem Ausbildungsberuf aus?

Ahmed: Wir schreiben ganz normal Klausuren und es gibt eine Zwischenprüfung, die wir bereits letztes Jahr im November hinter uns gebracht haben. Außerdem muss man natürlich am Ende eine Abschlussprüfung bei der IHK ablegen.

Zusätzlich müssen wir ein Projekt abschließen. Bei Latori sieht das Azubi-Projekt aktuell so aus, dass wir einen eigenen Onlineshop aufbauen, auf dem wir ausgediente Technik von Latori als Produkte anbieten. Wir haben also eine eigene Marke erstellt und einen eigenen Shop aufgemacht. Das Projekt läuft gerade an. Dieses Projekt dient in der Ausbildung dazu, um zu zeigen, dass man schon einmal ein Online-Business von Beginn an betreut hat und alle Prozesse dahinter versteht. Dabei ist es nicht unbedingt wichtig, ein bestimmtes Shopsystem zu kennen, sondern die Abläufe zu begreifen. Wenn alles klappt, werde ich im Juni/ Juli 2022 mit der Ausbildung fertig sein.

„Wenn man weiß, was dahintersteckt und sich das Wissen dazu angeeignet hat, ist das Gold wert.“

Würdest du dich rückblickend wieder für diesen Ausbildungsberuf entscheiden?

Ahmed: Auf jeden Fall. Es ist ein neuer Ausbildungsberuf und wenn man wirklich weiß, was dahintersteckt und sich das Wissen dazu angeeignet hat, ist das Gold wert.

Hast du noch Tipps für Schulabgänger, die nicht so richtig wissen, was sie machen sollen, aber auch ein Interesse für Online-Medien, Onlinemarketing oder E-Commerce haben?

Ahmed: Man sollte den Beruf nicht nur ausführen, weil man gern etwas mit dem Computer macht. Zu dieser Ausbildung gehört viel Denkarbeit und Kreativität. Man muss auf jeden Fall logisch denken können. Man muss auch vorher schon mit dem Computer gearbeitet haben und Wissen über Basics wie Excel oder Word haben. Ein technisches Grundverständnis sollte vorhanden sein. Man muss auch verstehen, was in der Welt gerade vor sich geht. Gerade bei Social Media. Man muss sich in verschiedene Zielgruppen reindenken können und verstehen, wie man diese erreichen kann. Man muss sie immer aus verschiedenen Perspektiven betrachten können.

Man kommt in der Ausbildung immer wieder an Punkte, wo Herausforderungen warten. Schaut euch den Beruf an, schaut euch online Videos an, wie dieser Beruf aussieht, ob euch sowas gefällt. Wenn ihr diesen Beruf auswählt, sucht euch wirklich eine sehr gute Firma aus, in der ihr was lernen könnt. Bevor ihr in einem Lager steht und einfach nur Bestellungen abarbeitet und nichts lernt, sucht euch einen sehr guten Betrieb aus, wo ihr die Ausbildungsinhalte vorher erfahrt. Stellt sicher, dass ihr wirklich im Bereich Marketing und E-Commerce einen kompletten Einblick erhaltet.

Wie sieht es mit der Vergütung aus?

Ahmed: Als Azubi bekommt man immer standardmäßig erst einmal 800 bis 900€ Brutto im Monat.

Was hast du nach deiner Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann für Perspektiven?

Ahmed: Nach der Ausbildung würde ich gern bei Latori bleiben. Ich möchte mich auf jeden Fall weiterbilden, sei es durch ein Studium oder sonstiges. Ich möchte auch sehen, wie sich die Chancen bei Latori entwickeln, weil sich natürlich auch das Unternehmen Latori selbst weiterentwickelt. Wir haben ein sehr gutes Wachstum momentan. Klar, wir sind eine IT-Firma. Dennoch sehe ich die Programmierung nicht als meinen zukünftigen Bereich. Ich möchte mich später auf das Marketing fokussieren.

„Egal wie gut der Shop ausschaut, es kommt aufs Marketing an, ob der Shop auch verkauft.“

Aber für das Marketing braucht man wiederum eine sehr gute Website. Beides geht Hand in Hand. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, E-Commerce-Manager zu werden und komplette Onlineshops zu verwalten und diese dabei unterstützen, erfolgreich zu werden und Umsätze zu erzielen. Daran teilzuhaben, wie alles automatisiert läuft, die Kunden zufrieden sind und diesen Erfolg online zu sehen, das ist was mich antreibt.

Sie interessieren sich für die Ausbildung oder möchten selbst im E-Commerce tätig werden? Freie Stellen bei Latori finden Sie hier. Noch Fragen? Dann kontaktieren Sie uns gern!

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